Die Probleme in der Anime-Industrie

Hallo, liebe Anime-Fans!

Hier schreibt Kai, besser bekannt unter dem Nicknamen Narutofreak1412 oder auch Chytharo.

Mit diesem Artikel möchte ich ein ernsteres Thema aufmerksam machen, worüber meiner Meinung nach viel zu wenig Leute Bescheid wissen.
Man liest im Netz ja immer wieder mal von Gerüchten, wie dem bevorstehenen Ende der Anime-Industrie, oder News-Artikel mit bedrückenden Aussagen von Leuten, die in der Industrie arbeiten. Aber wie viel steckt wirklich dahinter?

Ich interessiere mich schon seit mehreren Jahren für das Thema, vor allem für die Produktion von Anime (Insbesondere Animation) und bei zahlreichen Recherchen sind mir immer wieder gewisse Probleme aufgefallen, mit denen die Industrie zu kämpfen hat. Und nicht nur die Industrie: Die Probleme betreffen im Endeffekt auch uns Anime-Fans, denen Anime am Herzen liegt!

Insgesamt springen vor allem 2 Probleme ins Auge, auf die ich in diesem Artikel ausführlich eingehen möchte.
Dabei streue ich auch immer wieder meine persönliche Meinung ein, die ich aber so gut wie möglich von den Fakten zu trennen versucht habe.

Außerdem sind einige Textstellen und Bilder mit Quellen und weiteren Berichten zu der jeweiligen Stelle verlinkt, sodass ihr euch auch immer nochmal selbst einen Eindruck machen könnt, wenn ich möchtet.

1) Sponsoring und die Kosten einer Anime-Produktion

Das meiste des Budgets einer Animeproduktion kommt durch Sponsoren zusammen. Um möglichst viele Sponsoren für das Anime-Projekt gewinnen zu können, werden Themen eingebaut, die eine breite Masse an Fans anspricht, wie zB. Ecchi, Comedy oder Action. Zusätzlich werden Szenen so angepasst, dass man den Sponsoren zB. Produkt-Placement anbieten kann, die Chars einen Song singen, der dann von einem Musik-Label Sponsor vermarktet werden kann und so weiter. Also quasi, dass die Sponsoren für ihr Geld was sie reinstecken, auch die Show teilweise beträchtlich beeinflussen können. Manchmal werden sogar ganze Folgen gekauft, in denen dann das Produkt im Mittelpunkt steht oder der komplette Anime wird von vorn herein dafür ausgelegt, um für Sponsoren attraktiv zu sein.

Produkt-Placement in Kara no Kyoukai, Kaiji, GJ-bu und Code Geass

Produkt-Placement in Kara no Kyoukai, Kaiji, GJ-bu und Code Geass

Desweiteren basieren Anime oft auf schon vorhandenem Material, wie Manga, Novels, Spielen ect., sodass man schon eine existierende Fanbase hat, von der man Käufe erwarten kann. Auch werden solche Anime eher gesponsort, da sie oft von Anfang an nur als eine Art Werbung für das Original gedacht sind.
Und trotzdem machen die meisten Anime, welche produziert werden, Verluste. In jeder Season kommen 30-40 neue Anime raus, aber wirklich erfolgreich werden davon immer nur wenige. Deswegen ist es für Anime-Studios schwierig Sponsoren für ihre Projekte zu überzeugen und ohne größere Anpassungen und besonderen Angeboten für Sponsoren hast du als Studio kaum eine Chance dein Projekt überhaupt umzusetzen. Ständig müssen die Studios hoffen, dass sie die Verluste durch zig Flop-Titel mit 1-2 Topsellern ausgleichen können.

Ihr könnt euch ja selber einmal die Anzahl der durchschnittlich verkauften Scheiben pro Volumes bei einer Vielzahl von Anime anschauen, die auf dieser Seite immer recht aktuell zusammengetragen werden.

Es kommt zwar bei einigen Serien auch auf die Merchadising-Sales an, wie zB. bei Langzeit-Anime-Serien, die tagsüber laufen, und auch das Budget ist ja von Serie zu Serie unterschiedlich, aber ungefähr kann man sagen, dass die Serie erst bei durchschnittlich über 5000 Verkaufen pro Volume wirklich ein Erfolg ist.

Laut Masamune Sakaki, der in der Anime-Branche als CG Animator tätig ist, kostet ein durchschnittlicher 1 Season Anime um die 250 Millionen Yen (ca. 2 Millionen €). Außerdem sagt er, wie ich ja auch schon erwähnt hatte, dass ein Großteil der Anime das nicht durch Scheibenverkäufe wieder reinbekommt und das Studio Verlust macht. Sie müssen darauf setzen, dass hin und wieder einer der Titel einschlägt und sich richtig gut verkauft.

Takayuki Nagatani (Producer von dem Anime Shirobako) sagte, dass sein Anime mit 24 Episoden um die 500 Millionen Yen gekostet hat und damit es sich verkauft, musste er viel Werbung machen, Events planen und für Merchadising sorgen.

Werbung und Merchadising von Shirobako - Man beachte den ganzen Ecchi-Kram (Die Serie selber handelt von der Produktion eines Anime und beinhaltet keinerlei Ecchi)

Werbung und Merchadising von Shirobako – Man beachte den ganzen für die Serie untypischen Ecchi-Kram (Die Serie selber handelt von der Produktion eines Anime und beinhaltet keinerlei erotischen Fanservice)

Shinji Takamatsu, ein Veteran-Animator, schrieb dazu auch:

„Expecting to make that up through disc sales alone is a hopeless business model, but that’s how almost all late night anime are“

Das lässt sich hier nachlesen und Anime2You hat den Artikel übrigens auch auf deutsch übersetzt.

Das Resultat des Ganzen sehen wir in jeder Season: Das meiste sind Ecchi/Moe-Comedy-Titel ohne richtiges Ende, welche nur durchschnittlich sind, sowohl vom Inhalt als auch von der Umsetzung her, und beim näheren hinschauen fallen dann auch die ganzen Elemente auf, die nur da sind, um Merchadising zu verkaufen oder Werbung für bestimmte Produkte zu machen. Dazu gehören übrigens oft auch sowas wie  Strandfolgen, denn daraus kann man gleich ne Menge Ecchi-Merchadising wie Poster oder Figuren der weiblichen Charaktere in Badeanzügen verkaufen, oder mit unnötig starker Zensur bei Ecchi-Szenen die Verkäufe der unzensierten BDs/DVDs ankurbeln.
Ihr könnt euch hier ja mal durch die Seasons klicken und darauf achten wie viel Moe-Anime und klischeehafte Novel-Umsetzungen jedes Mal so dabei sind.

An einen Anime zu bereits komplett abgeschlossenen Manga-Vorlagen geht man eher selten ran, weil die meisten Shows ja als Werbung für den laufenden Manga dienen sollen. Außerdem wird einfach mehr Interesse generiert, wenn der Manga noch läuft, da der Manga zu der Zeit dann aktuell im Gespräch ist und man auch auf eine aktuelle Fanbase des Mangas zählen kann, die durch den Anime dann oft noch deutlich größer wird.

Hier noch ein Video dazu, wo das Problem auch nochmal super (auf englisch) erklärt wurde:


So, soviel zur Situation.

Das Problem:

Das Problem liegt jetzt darin, dass es deswegen kaum richtig gute und originelle Anime gibt. Die wirklich kreativen Köpfe, wie talentierte Direktoren oder Animatoren können nur selten ihren Ideen freien Lauf lassen und ihr Konzept dann finanziert bekommen. Es reicht schon, wenn der Stil nicht dem Mainstream entspricht oder man bei der Produktion etwas mehr Zeit braucht, um besonders hohe Qualität zu erreichen, damit die Sponsoren abgeneigt sind, da der Titel dann ein hohes Risiko ist und wahrscheinlich nur ein bestimmtes Nischenpublikum erreicht. Man erreicht als Sponsor mit seinen Produkten dann keine breite Masse. Anime, wie Gurren Lagann oder Space Dandy, die einen wirklich einzigartigen Stil haben und eine sehr hohe Animationsqualität, erblicken deshalb nur selten das Tageslicht und scheitern oft schon an der Finanzierung.

Das Video von oben hat schon einige gute Beispiele dazu geliefert, wie zum Beispiel Masao Maruyama (einer der Gründer von Madhouse), welcher immer wieder orginelle und kreative Anime-Serien/Filme wie zB. Kaiba oder Redline mit massig aufwändiger Sakuga-Animation produzieren ließ und damit das Studio fast in den Bankrott getrieben hatte. Nachdem er dann Madhouse verlassen und sein eigenes Studio gegründet hat (Mappa), musste Madhouse erst einmal einige Mainstream-Anime wie z.B. Mahouka Koukou no Rettousei oder Hanayamata produzieren, um sich davon zu erholen.

Hanayamata - Aus der Sommerseason 2014

Hanayamata – Aus der Sommer-Season 2014

Mittlerweile gibt es auch immer wieder Aktionen, wo die Studios, wie zB. Trigger (KillLaKill) oder Direktoren, wie zb. Masaaki Yuasa (Mindgame, Ping Pong) ihr Projekt über Kickstarter finanzieren und kleine Filme durch die Fans ohne kommerzielle Sponsoren ermöglicht werden.
Das neuste Projekt dieser Art ist zum Beispiel Under the Dog, welches sein Ziel bei weitem erreicht hat 🙂

Meine Meinung dazu:

Das geschilderte Problem ist im Prinzip das, was Hayao Miyazaki (Studio Ghibli) und Hideaki Anno (Studio Khara [Evangelion]) seit längerer Zeit an der Anime-Industrie stark kritisieren.

„The Japanese animation industry has hit a dead end—it will be tough to escape unless we can make animation without commercial considerations… It may even be too late.“ – Hideaki Anno

Anno geht ja sogar so weit zu sagen, dass das ganze in naher Zukunft platzen wird.

Ich wusste das meiste aus dem Video auch schon vorher (Aus Interviews und Aussagen von eben solchen Anime Produzenten ect.) und als Otaku habe ich persönlich nichts gegen Fanservice-Shows an sich, aber was ich sehr schade finde, sind die originellen und besonderen Anime ohne Vorlage, wo man meist Sakuga-Animation und eine kreative Story bekommt. In diesen Anime spürt man wirklich das Wesen und Atmosphäre der einzelnen Direktoren, die jetzt vor allem unter dem Problem leiden. Das muss Fanservice ja nicht ausschließen, wie man bei Gurren Lagann und Space Dandy gesehen hat.
Aber Serien wie Psycho Pass, Eden of the East oder Jigoku Shoujo werden immer seltener und schwieriger zu produzieren und nachdem man den wirklich talentierten und interessanten Leuten dann irgendwann komplett den Hahn zugedreht hat, bleiben in Zukunft nur noch auf Otaku zugeschnittene Mainstream-Serien mit starkem Sponsoreneinfluss übrig, die billig im Ausland animiert werden. Immer mehr Fans von Qualitäts-Anime werden abspringen oder sich lieber Älteres anschauen, was wieder zu weniger Umsatz, also weniger Anime und schlechterer Qualität führt. Am Ende bleiben dann nur noch die Hardcore-Otakus übrig, die alles fressen, was die Industrie so raushaut.

Der Gedanke daran macht mich traurig, das darf so nicht enden!
Obwohl ich ein Otaku bin, schaue ich auch Anime abseits des Mainstream, wie zum Beispiel Kaiji, wozu ich ja auch schon eine Anime-Vorstellung geschrieben habe, in der Hoffnung, dass sich mehr Anime-Fans auch mal trauen einen Titel abseits vom Mainstream zu schauen.

Traurigerweise hat sich Kaiji in Japan pro Volume gerade einmal durschnittlich 425 Mal verkauft und in anderen Ländern ist es garnicht erst erschienen 😦

2) Die Arbeitsumstände der Animatoren

Ein weiteres großes Problem sind die Löhne der Animatoren. Es gibt nur wenig Neulinge im dem Berufsfeld, da die Löhne als frischer Animator dermaßen gering sind, dass man selbst mit zig Überstunden meist nicht einmal die Miete & Essen bezahlen könnte!

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Verlinktes Bild vom Wall Street Journal zum Artikel „The Decline of Anime“

Eine aktuelle Studie zu Löhnen von neuen Animatoren kommt zu folgendem Ergebnis:

Ein durchschnnittlicher Arbeitstag besteht aus 11 Stunden und der durchschnittliche Lohn sind 1,1 Millionen Yen im Jahr, was ungefähr 8.000€ entspricht.

Henry Thurlow (ein amerikanischer Inbetweener, der bei Studio Pierrot zB. an Naruto/Tokyo Ghoul/Baby Steps/Gaist Crusher bei Inhouse-Episoden gearbeitet hat), hat vorher auch bei Nakamura-Productions gearbeitet und sich über die unmenschlichen Bedingungen beklagt:

“Let’s just be clear: It’s not a ‘tough’ industry… It’s an ‘illegally harsh’ industry. They don’t pay you even remotely minimum wage, they overwork you to the point where people are vomiting at work and having to go to the hospital for medicine. They demand that you come in whenever they realize a deadline isn’t going to be met. That probably means about a month and a half of nonstop work without a single day off. Then you will be allowed to go back to your regular six-day workweeks of 10-hour days. No one talks, or gets lunch together or anything. They just sit and work in complete silence and seem uninterested in changing this.” – Henry Thurlow

Inbetween-Work von Henry Thurlow für Naruto Shippuuden Episode 399

Inbetween-Work von Henry Thurlow für Naruto Shippuuden Episode 399

Er schreibt von seinen Erfahrungen und macht auch klar, dass es auch von Studio zu Studio unterschiedlich sein kann:

„The amount of money you earn from day to day changes … since it’s based on how many frame you draw. On Monday I might draw simple corrections on a whole bunch of frame (adding effects that were forgotten by other animators, or “Kii energy” or something like that) resulting in me being able to draw 40 drawings in one day and make over $150 depending on the series. Tuesday-Thursday however, I might have to do the trace-back and inbetweens for a super detailed shot from Tokyo Ghoul (which is really fun btw)…but results in me only drawing 5 frames per day each of those days ($12 a day or so). Each month at Pierrot I earn about $1000. Each month at my previous “slave-labor” studio, I earned about $300 a month.“ – Henry Thurlow

 

Chart vom Shirobako-Staff über das durchschnittliche Einkommen der Leute, die an einem Anime arbeiten. Die Angaben sind in Dollar und mit dem Kurs US$1 = 116 Yen umgerechnet.

Die Angaben sind in Dollar und mit dem Kurs US$1 = 116 Yen umgerechnet.

Dieser Einkommensvergleich stammt vom Shirobako-Staff, also von P.A. Works, und vergleicht das Geld, was die Leute, die an einem Anime arbeiten, durchschnittlich im Jahr verdienen.
Die Abbildung stellt keine Karriere-Leiter dar, so sind College Student und Part-Timer zum Beispiel nur als Vergleich mit drauf. Production Assistant, CG Animator, Producer und Voice Actor sind auch andere Berufszweige als der des Animator.
Aber da sieht man mal wie die Löhne in Japan normalerweise aussehen, wenn man bedenkt dass man als College Student oder Part-Timer noch eher wenig verdient.
Mit „College Student“ sind übrigens neue, junge Leute aus dem Ausland gemeint, die eine Schule besuchen und offiziell unter dem Status „College Student Nebenjobs annehmen können, wenn sie dies im zuständigen Amt eingereicht haben.

Im allgemeinen sind die Löhne der Animatoren in den ersten Jahren deshalb so niedrig, da du ja als Inbetweener anfängst, also die Zwischenframes in einer Bewegung zeichnest und gerade für solche eintönige Arbeit, die kaum Können und Feinfühligkeit benötigt (Du pauschst eigentlich nur einen Key-Frame ab, nur dass du einige Linien etwas versetzt zeichnest, bis du die Position des nächsten Key-Frame erreicht hast), werden meistens günstige Studios aus Korea, Vietnam, Singapur, die Phillipinen u.a. beauftragt. Und diese bieten Inbetweening so dermaßen günstig an, dass das auch den Lohn in Japan weit nach unten gedrückt hat.
Für die Studios ist das sehr nützlich und auch notwending, denn es wäre sonst zeitlich nicht möglich nur mit Inhouse-Staff jede Woche eine Folge produzieren zu können. Inbetween-Frames zu zeichnen hat auch kaum Auswirkungen auf die Qualität des Endprodukts, da man nur für die Zwischenbilder von bereits gezeichneten Frames zuständig ist. Kein Wunder also, dass die Studios für eigentlich jeden Anime Inbetweening größtenteils outsourced in Auftrag geben.

Aber aus diesem Grund gibt es jetzt, ca. 40 Jahre nach dem Aufstieg von Anime, sehr, sehr viele alte Veteranen unter den Animatoren, die in den 70ern/80ern angefangen haben, aber kaum Nachwuchs. Stattdessen wird fehlendes Budget und fehlende Ressourcen/Leute wieder durch billige outsourced Episoden kompensiert, also mittlerweile eben nicht nur mehr das Inbetweening, sondern die ganze Animation einer Folge, samt Key-Animation. Das Ergebnis ist für den aufmerksamen Zuschauer meist einfach nur schrecklich anzusehen, denn die outsourced Key-Animation und Animation-Direction wirkt sich stark auf die Qualität des Endproduktes aus. Das fällt besonders bei Endlos-Animeserien auf, wo es mittlerweile nicht unüblich ist, dass jede zweite Episode oder sogar noch mehr aus billigen Studios aus dem Ausland stammt.
Und dadurch, dass es immer mehr Aufträge für outsourced Studios gibt, sinken auch weiter die Löhne, selbst für Key-Animatoren, und neue eventuell talentierte Animatoren haben nicht einmal eine Chance zu wachsen.

Die Aufstiegsmöglichkeiten als japanischer Animator bestehen eigentlich nur vom Inbetweener zum Key-Animator, wo man aber halt aus dem oben genannten Grund auch nur geringfügig mehr verdient. Und hier hört es dann meist auch schon auf mit der „Karriere“. Nur wirklich talentierte und begabte Key-Animatoren, die mit ihren Szenen herausstechen, haben die Chance zum Animation-Director oder Episode-Director aufzusteigen und vernünftiges Geld zu verdienen. Aber die meisten werden einfach immer weiter jeden Tag extrem lange für einen sehr niedrigen Lohn arbeiten.

Neue und motivierte Leute lernen ziemlich schnell die harte Realität der Anime-Produktion und es ist auch nicht unüblich, dass Leute recht schnell wieder kündigen, wie man auch zB. hier oder hier lesen kann.

Kein Wunder also, dass kaum jemand ein Animator werden möchte. Auch wird mittlerweile soviel Animation outsourced produziert, dass die wenigen Neulinge kaum eine Chance dazu bekommen, richtig zu lernen. Es gibt wenigstens ein paar einzelne Projekte, um dem entgegenzuwirken, wie das Young Animator Training Projekt, welches jedes Jahr veranstaltet wird und von der Regierung selbst bezahlt wird, aber das kratzt eben auch nur an der Oberfläche des Problems und ist keine Lösung auf Dauer.
Der einzige Grund, warum Leute diesen Berufszweig überhaupt noch wählen, ist, weil sie das Zeichnen und Animieren an sich sehr lieben und es als Beruf ausüben wollen, egal wie sehr die eigene Gesundheit darunter leidet und wie wenig man bezahlt wird.
Es ist nicht unüblich, dass Leute sich ins Krankenhaus arbeiten, da sie pro gezeichneten Frame bezahlt werden und sie keine andere Wahl haben als jeden Tag bis in die Nacht zu arbeiten, um die Miete und Essen bezahlen zu können.

Arbeitszeiten von Stunden in der Woche sind keine Seltenheit

Arbeitszeiten von 60-70 Stunden in der Woche sind keine Seltenheit.

Studio Pierrot ist da noch eines der menschlicheren Studios, bezahlt überdurchschnittlich und behandelt seine Mitarbeiter nicht wie Sklaven. Das merkt man ja alleine schon, wenn man deren Blog-Posts verfolgt und sich mit der Animation bei Naruto auseinandersetzt, worüber ich auch mal einen Artikel geschrieben hatte. Es gibt Einweihungsfeiern für neue Mitarbeiter und man lässt den Animatoren große Freiheiten. So werden selbst Stile, die von dem regulären Stil abweichen, wie Shingo Yamashitas oder Norio Matsumotos, so gelassen und sogar gefördert, was ich richtig gut finde! Das ist auch der Grund, warum man bei Naruto die einzelnen Animatoren so gut unterscheiden und erkennen kann. Aber das ist leider eher die Ausnahme…
Wenn ich jetzt nebenbei mal daran denke wie oft Studio Pierrot von den Fans gerade wegen den Shingo- und Norio-Folgen (zB. Naruto vs Pain) auch noch gehatet wurde… Aber nun gut, das ist ein anderes Thema.

Apropos Shingo Yamashita!

Er hat zusammen mit Jun Sugawara und Naoyuki Asano versucht zumindest im kleinen dem Problem entgegen zu wirken und hat über IndieGoGo bereits 2 mal erfolgreich Wohnmöglichkeiten für junge Animatoren gesponsert! Ich habe natürlich auch beide Male einen kleinen Teil dazu beigetragen, genauso wie zu Yuasa’s Kickheart und Triggers „Little Witch Academy 2“ damals über Kickstarter.
Die Leute, die dort einziehen dürfen, bekommen eine besondere, sehr niedrige Miete, sodass sie von den knapp 660€ im Monat für die 60 Stunden Woche trotzdem leben können und als Bonus bekommen sie sogar Hilfe, Unterricht und Unterstüzung von talentierten Sakuga-Animatoren wie Shingo Yamashita.

Meine Meinung dazu:

Ich finde die Idee mit den Kickstarter-Projekten zwar richtig toll, aber das ändert leider nichts am Hauptproblem! Erst als talentierter Freelancer oder wenn du dich zum Animation-Director/ Episode-Director hochgearbeitet hast, kannst du wirklich davon leben, aber bis dahin können Jahre vergehen und ein gewisses Talent ist auch von Nöten. Viele werden diesen Status nie erreichen und für immer Key-Animator bleiben…
Auch die handvoll Leute, die in den „Young Animator Dorms“ wohnen und arbeiten dürfen, ändern nicht wirklich etwas an dem Problem an sich.

Ihr habt bestimmt schon gemerkt – Die Probleme hängen alle miteinander zusammen und es ist ein Teufelskreis in den sich die Anime-Industrie immer weiter reinreitet. Ich kann schon verstehen, was Anno und die anderen damit meinen, dass es irgendwann zusammenbricht.
Auch immer mehr andere Leute aus der Industrie melden sich zu Wort und wenn man sich mal die ganzen Berichte, die ich in diesem Artikel so verlinkt habe, durchliest, wird schnell klar, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann. Ich denke es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das ganze System wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Das sollte einfach nicht sein, dass komplette Serien unnötig stark unter schlechter Qualität leiden müssen, von Sponsoren beeinflusst werden, es kaum talentierte Leute mehr gibt, die Animatoren unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und selbst der Staff am Ende mit dem Produkt unzufrieden ist, das aber hinnehmen muss, da das Ganze sonst nicht einmal entstehen hätte können. Und gleichzeitig wird aus der tollen und spaßigen Idee für einen Anime nur ein weiterer Durchschnitts-Flop, welcher von hunderten gesundheitlich angeschlagenen und ausgebeuteten Animatoren gestemmt wird, und das ganze Projekt stellt im Endeffekt auch noch einen weiteren Schritt in die falsche Richtung für die Anime-Industrie dar.

Was kann man dagegen tun?

Der Typ im Video schlägt zum Beispiel vor, dass die Fans mehr DVDs kaufen sollen. Aber gerade bei den heutigen Standards mit Streams sind Scheiben ein aussterbendes Medium und immer weniger Menschen legen sich eine DVD/BD-Sammlung an. Deswegen ist das meiner Meinung nach keine richtige Lösung auf Dauer.

Es ist in der Tat ziemlich schwierig einen Ausweg aus dem Kreislauf zu finden.
Ich kann es ja mal aus meiner Sicht beschreiben,  da ich ich als Fan/Käufer ja auch ein Teil der anderen Seite des Problems bin. Noch dazu kann man mich schon als Otaku, also extremen Anime-Fan, bezeichnen, da ich beinahe mein gesamtes Geld in Anime stecke und auch mein Lebensstil mit dem eines typischen, japanischen Otakus vergleichbar ist.
Bei meinem Bedarf (10-15 Serien pro Monat) könnte ich es mir niemals leisten auch nur 5 Stück davon auf DVD zu kaufen. Mal davon abgesehen, dass vieles davon hier nicht verfügbar ist und man es sich aus Japan importieren müsste, würden 5 Serien, selbst wenn sie nur 12 Folgen haben und auf nur 4 Volumes erscheinen (in Japan sind 12 Folgen meist sogar auf ganze 6 Volumes aufgeteilt), schon 500€+ kosten!
Also was mache ich? Auf offizielle Streaming-Seiten wie zB. Crunchyroll oder Daisuki ausweichen und dort schauen. Aber natürlich können die 4,99€ im Monat nicht mal ansatzweise 10-15 Serienproduktionen unterstützen.
Nur in wenige Serien, die ich wirklich als Meisterwerk bezeichnen würde, stecke ich dann auch mal hunderte an Euros, um sie im Regal stehen zu haben.
Da Naruto für mich nochmal etwas ganz Besonderes ist, stecke ich dort was DVDs angeht eigentlich das meiste Geld rein (Nicht nur, dass ich die deutschen DVDs und Boxen alle ausnahmslos kaufe, ich importiere sogar japanische DVDs).

Dafür, dass ich keine große DVD/BD-Sammlung habe, fließt der Großteil meines Geldes in Merchadising und Manga von Serien, die mir gefallen haben. Wenn mir ne Serie gut gefallen hat, dann kaufe ich Figuren, Poster, Karten, Kissenbezüge, Spiele und mehr und meistens nicht die Anime-DVD, weil ich habe den Anime ja gerade erst gesehen und für den Stream ja sogar etwas bezahlt. Wieso dann für 150-200€ dieselben 12 Folgen direkt noch mal kaufen, nur damit es dann erstmal im Regal rumsteht…? Merchadising bietet mir in dem „Hype“ direkt nach dem Schauen einen höheren Mehrwert und ist auch noch günstiger als die DVDs, die oftmals erst noch teuer importiert werden müssen. Ich tendiere oft dann auch dazu lieber den Manga oder die Novel zu kaufen, also die Vorlage, da ich dann die Original-Story genießen kann und um die Story nochmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Und so denken anscheinend auch viele der japanischen Otakus, die dort den Großteil der Animefans ausmachen. Wobei diese es nicht einmal per Stream, sondern direkt im TV schauen können. Die Taktik der Industrie mit Bonus-Episoden, einem Haufen Extras oder der schon erwähnten übermäßigen Zensur im TV, die dann auf der Scheibe uncut ist, einen Mehrwert zu schaffen, funktioniert auch nur bedingt, weil ja dadurch die Preise der sowieso schon teuren Volumes weiter steigen.

Merchadising- und Manga-Sammlung

Merchadising- und Manga-Sammlung

Kein Wunder also, dass ein üblicher Anime heutzutage Merchadising braucht, um sich zu verkaufen. Und ein Moe-Faktor in den Serien hilft beim Verkaufen von Merchadising ungemein + die Serie ist für Sponsoren um ein Vielfaches interessanter.

Es gibt sicherlich auch ältere Fans, mit einem gut bezahlten Job, die sich viele DVDs kaufen, aber das kommt leider bei den japanischen Otakus nicht so häufig vor, denn viele haben entweder keinen Job, oder schlagen sich mit Nebenjobs durch, um das meiste ihrer Zeit mit Anime verbringen zu können. Dazu kommt dann noch, dass man auch in Japan als Otaku von der restlichen Gesellschaft schief angeschaut wird und viele Otakus dann anfangen von der Gesellschaft Abstand zu nehmen. Und dann gibt es natürlich auch noch das Hikkikomori-Problem.
Ich will jetzt aber auch nicht alle Otakus über einen Kamm scheren, denn auch über Otakus hinaus wird in der Zukunft Streaming eine immer größere Rolle einnehmen und der DVD-Vertrieb immer weiter zurückgehen.

Aber ich finde nicht, dass man die Schuld auf das Merchadising schieben kann. Offizielles Merchadising unterstützt den Anime finanziell und viele Endlos-Serien können sich nur deswegen überhaupt über Wasser halten.
Aber da fängt das Problem auch schon wieder an, weil die Studios ja nicht auf den Kopf gefallen sind und man ja mehr Merchadising verkaufen kann, wenn man seine Serie auch vom Inhalt her gleich darauf auslegt, wodurch man mehr Sponsoren gewinnen kann, wie zB. Namco Bandai, die dann Spielzeug/Games dazu herstellen oder Aniplex, die dann die DVDs, CDs und Merchadising vertreiben und viele mehr. Man weiß vorher nicht, ob die Serie erfolgreich wird und möchte natürlich so wenig Verlust wie möglich machen, wenn es ein Flop wird.

Hayao Miyazaki ist der Meinung, dass die Otakus Schuld sind, da es hauptsächlich diese sind, die sich mit dem ganzen Merchadising eindecken und sich auf stereotypische 2D-Charaktere fixieren.

Otaku-Zimmer

Otaku-Zimmer

Außerdem verachtet er die Sexualisierung von Anime-Charaktern, die ja ein Teil der Otaku-Kultur ist, und möchte in seinen Filmen der stereotypischen Darstellung von weiblichen Charaktern entgegenwirken.

Das macht schon Sinn finde ich, denn Angebot richtet sich ja nach der Nachfrage und wenn sich Moe-Serien sicherer verkaufen, dann wäre es ja dumm von den Studios das nicht zu nutzen, gerade da sich viele Anime ja nicht genug verkaufen, und die Studios sich über Wasser halten müssen.
Und egal, ob es sich um Flops handelt oder richtige Hits – Eine Serie wie z.B. Love Live verkauft in Japan einfach mehr Scheiben als Attack on Titan oder etwas wie Highschool DxD ist erfolgreicher als Death Note.
Das wäre bei uns im Westen unvorstellbar, aber die meisten Anime werden eben in erste Linie für den japanischen Markt produziert. Klar werden auch Lizenzierungen von anderen Ländern als Einnahmequelle immer wichtiger, aber es wird selten etwas produziert, was von Anfang an im eigenen Land keine hohe Aussicht auf Erfolg hat, weil westliche Publisher haben ja den japanischen Markt im Auge und sind sicher nicht daran interessiert Serien einzukaufen, die in Japan gefloppt sind.

Sind also Otakus Schuld? Ich persönlich finde nicht, dass man den Otakus da hauptsächlich die Schuld geben kann, da ja gerade eben die Otakus sehr viel Geld in die Industrie stecken und diese auch den Großteil der Scheibenverkäufe ausmachen. Ohne Otakus wäre der Anime-Markt garnicht erst so weit gekommen, denn um die Otaku-Kultur herum hat sich das ganze ja überhaupt erst entwickelt. Wenn ich daran denke, was alleine damals schon der Evangelion-Hype alles ausgelöst hat!

Aber ich bin ganz klar der Meinung, so gern ich auch Moe-Mainstream-Anime schaue oder Merchadising kaufe, dürfen solche Serien nicht den kompletten Markt negativ beeinflussen!
Da läuft einfach was falsch, wenn du als Direktor fast schon dazu gezwungen bist, deine Charaktere für Otakus zu sexualisieren, oder einen relevanten Teil des Inhaltes zu verändern, um das Projekt überhaupt erst ermöglichen zu können, auch wenn der Inhalt und die Atmosphäre deines Titels eigentlich in eine ganz andere Richtung geht.

Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass es Animeserien gibt, die vom Staat bezahlt werden, um dem Problem entgegenzuwirken. Sowas gibt es ja schon im kleineren, wie bei dem oben bereits erwähntem Young Animator Training Project,wo es darum ging die Ausbildung von neuen, jugen Animatoren zu unterstützen.

Es gibt auch einige Anime, die auf öffentlich rechtlichen Sendern, wie NHK laufen. Dessen Kosten werden, genau wie bei uns auch, größtenteils durch eine Art Rundfunkgebühr gedeckt, die jeder Bürger zahlen muss. Und NHK sponsort dann auch die Anime, die auf dem Sender manchmal laufen. Viele davon sind nicht an Otakus gerichtet, sondern zeigen Anime als Teil der japanischen Kultur.

Koji Takeuchi, Anime Produzent und President von Telecom Animation Film Co. (Eine Tochtergesellschaft von TMS Entertainment) sieht laut The Wall Street Journal Geldmittel vom Staat auch als eine Lösung:

Koji Takeuchi - Telecom Animation Film Co.

Koji Takeuchi – Telecom Animation Film Co.

„Mr. Takeuchi says if the government wants to help, it should find ways to channel funds for making high-quality programs. Without such an effort, the 55-year-old industry veteran says, the new museum [Die Rede ist von einem neuen Anime-Museum] might become a tombstone for a dead industry.“ – The Wall Street Journal

Also meiner Meinung nach wäre es eine super Idee, wenn die Regierung Anime fördert, die nicht Otakus als Zielgruppe haben, und nicht im Ausland animiert werden. Man muss ja nicht gleich die kompletten Kosten übernehmen, aber man könnte doch für Anime dieser Art finanzielle Fördermittel bereitstellen, um einen Teil der japanischen Kultur am Leben zu erhalten.
Außerdem sollte es Mindestlöhne für Animatoren geben. Auch wenn sich das wahrscheinlich schwierig umsetzen ließe, da die meisten Animatoren als Freelancer arbeiten, also sie arbeiten nicht fest bei einem Studio, sondern immer gerade da, wo es was zu tun gibt. Vielleicht könnte man aber wenigstens jungen, neuen Animatoren staatliche Zuschüsse gewähren.
Ich kenne mich aber ehrlich gesagt nicht so gut mit der japanischen Politik aus und weiß nicht, wie amibitioniert die bei solchen Themen sind.

Nur was kann ich selbst jetzt dagegen tun? Es ärgert mich zusehen zu müssen, wie all den tollen Animatoren Ketten angelegt werden und die Zukunft meines Hobbys, welches einen großen Teil meines Lebens einnimmt, nicht rosig aussieht 😦
Ich unterstütze finanziell vollstens Naruto und andere Anime, die mich sehr faszinieren, ich spende Geld für Projekte über Kickstarter wie die Shingo’s Animator Dorms oder damals Yuasas Kickheart und zuletzt „Under the Dog“, aber das sind alles nur kleine und einzelne Fälle und wirken den Problemen in der Anime-Industrie grundsätzlich nicht wirklich entgegen.

Deswegen habe ich mich entschlossen, diesen Artikel zu schreiben, um mehr Anime-Fans auf diese Probleme aufmerksam zu machen!

Ich mache mir nämlich oft zu Themen wie diesen Gedanken, wenn ich zum Beispiel Sakuga-Animationen durchstöbere oder mir Interviews und Blogposts von den Menschen durchlese, die in der Industrie arbeiten…

Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen mit ihrer Geldgier und Profit-Orientiertheit soviel selbst kaputt machen, nicht nur in der Anime-Industrie, sondern auch in vielen anderen Bereichen…

Nachwort

Erst einmal vielen Dank für die Zeit, die ihr euch zum Lesen genommen habt!
Was denkt ihr zu dem Thema? Habt ihr die angesprochen Auffälligkeiten auch schon oft in Anime entdeckt? Wie steht ihr zu dem Thema und was sind eure Meinungen zu den Problemen?
Fällt euch vielleicht eine weitere Lösung ein, wie man aus dem Kreislauf ausbrechen oder die Anime-Industrie wieder stabilisieren könnte? Und was könnte man als einzelner Fan tun, um dem entgegenzuwirken?

Ich würde mich auch sehr über Lob & Kritik zum Artikel freuen!

Und wenn euch der Artikel gefallen hat, dann würde es mir auch viel bedeuten, wenn ihr den Artikel mit anderen Leuten teilt, damit mehr Menschen auf dieses wichtige Thema aufmerksam werden.

Euer Kai (Narutofreak1412/Chytharo)

 

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12 Kommentare zu “Die Probleme in der Anime-Industrie

  1. Aeris sagt:

    So, habe als erstes mal den Ghibli-Artikel über Frauenrollen gelesen. Den fand ich echt gut!
    Ein Zitat von dir:

    Hayao Miyazaki ist der Meinung, dass die Otakus Schuld sind, da es hauptsächlich diese sind, die sich mit dem ganzen Merchadising eindecken und sich auf stereotypische 2D-Charaktere fixieren.

    Gut, der erste Teil ist ja wirklich hanebüchen, sich mit Merchandising allgemein einzudecken, kann an sich nicht falsch sein, oder? Also das fließt doch immerhin in die Kasse der Macher.
    2D oder 3D ist vermutlich auch eher egal.
    Aber, ja, das Fixieren auf die stereotypischen Charaktere, deren Präsentation dann arg ausgenutzt und ausgedehnt wird… das stört mich auch. Generell dass „sex sells“ funktioniert, stört mich, in allen Medien. Und gerade, wenn es immer weibliche Chars sind, die so dargestellt und ausgenutzt werden. Ich wüsste echt gerne, wie das in einem Paralleluniversum wäre, wo Männer oder Jungs so unglaublich häufig so sexualisiert dargestellt werden, und Frauen/Mädchen weniger. Wie würde sich das dann anfühlen, für mich, für die Mehrheit von anderen?

    Wie du ja auch geschrieben hast: Aber Sponsoren investieren wohl nur in diese „sichere Basis“, in kleine süße Moe-Mädchen, die Otakus den Kopf verdrehen, und dann werden die entsprechenden Fan-Produkte dazu auf den Markt gebracht. Einseitig, einfallslos, nicht schön, unterschreibe ich.
    Aber wie kriegt man eine Kultur dazu, das nicht mehr so zu mögen? Es müsste wohl einfach mal weniger gemacht werden, aber natürlich von allen Machern gleichzeitig. Wenn das Angebot zurückgeht, geht die Nachfrage vielleicht hinterher. Vielleicht geht es auch ohne so viel Sex.
    Ich glaub, das werden wir nie erfahren…

    @Artikel: War echt spannend und super interessant zu lesen!
    Was ich mich noch Frage: Wieso war die Lage mit den Gehältern und Animatoren früher anders? Wie war es früher? Was sind die Gründe, dass es sich gewandelt hat? Wirklich nur das billige Outsourcing?


    Ich glaub, wo man mich mit kriegen könnte, bzw. wie man aus mir mehr Geld, anständiges Geld, für die Industrie rauskriegen könnte: Mehr Animes on Demand, die ich bequem, in guter Qualität und mit Subs gucken kann. 1 oder 2€ pro Folge würde ich sicherlich ausgeben. 5€ wär ein bisschen happig, das wären 120€ für 24 Folgen.
    Bei Amazon Instant Video bezahlt man 2,49€ für eine SD-Folge einer Serie (z.B. The Big Bang Theory), und 2,99€ für HD. Bei 3€ wären das 72€ insgesamt für 24 Folgen. Das wäre noch hart an der Grenze, mit 2€ würde ich besser klar kommen.

    Auf Crunchyroll bezahle ich nur lächerliche 5€ für ALLES, was sie haben, und sie haben nicht genug für meinen Geschmack. Fate/stay night und /zero gibt es da nicht, Psycho Pass gibt es da nicht, Tokyo Ghoul gibt es da nicht… Alles Serien, die mich gerade interessieren der interessiert haben. Kein Clannad, kein Fullmetal Alchemist, kein Code Geass, usw.

    Ja, das von mir…!

  2. Ersteinmal vielen Dank für die positive Rückmeldung zu dem Artikel ^^

    „Aber wie kriegt man eine Kultur dazu, das nicht mehr so zu mögen? Es müsste wohl einfach mal weniger gemacht werden, aber natürlich von allen Machern gleichzeitig. Wenn das Angebot zurückgeht, geht die Nachfrage vielleicht hinterher.“

    Ich finde das ist kein guter Ansatzpunkt, denn wie gesagt, hat sich Anime überhaupt erst aus der Fanszene so weit entwickelt – Anime definiert sich ja quasi schon mit Stereotypen wie Tsundere- und Moe-Chars. Ich würde es falsch finden dann einfach anzufangen weniger für die Fans zu produzieren.
    Es sollte nur auch mehr Alternativen geben, also nicht weniger Moe-Anime, sondern einfach mehr anderes und das sollte ohne starke Verluste umsetzbar sein. Man sollte versuchen Alternativen zu dem aktuellen System finden, wie es ein paar Studios ja auch schon machen mit Projekten über Kickstarter zum Beispiel.

    Ich hatte auf Anime2You mal in den Kommentaren gelesen, dass jemand die Idee hatte, dass man anfangen könnte sich auch mehr auf den westlichen Markt zu konzentrieren und Anime-Lizenzen zu günstigeren Preisen ins Ausland vermarkten oder gleich selbst in Zusammenarbeit mit Publishern Anime zu produzieren.

    Die Industrie muss sich, meiner Ansicht nach, einfach weiterentwickeln, weil wenn das nicht passiert, dann fällt es im schlimmsten Falle am Ende zusammen.

    „Wieso war die Lage mit den Gehältern und Animatoren früher anders? Wie war es früher? Was sind die Gründe, dass es sich gewandelt hat? Wirklich nur das billige Outsourcing?“

    Das sind gute Fragen, das würde mich auch interessieren!
    Also damals war es auch schon harte Arbeit einen Anime zu machen, vor allem, da man noch nicht solche digitalen Möglichkeiten hatte und man alles, bis zur fertigen Filmrolle, analog und per Hand machen musste.
    Und auch damals musste man Teile schon outsourcen, um eine Folge pro Woche fertig zu bekommen, aber man hat lange nicht so oft Key-Animation ins Ausland verlegt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Animator damals ein Beruf der Zukunft war, der vor allem junge Leute angezogen hat und von dem man zu den Zeiten des großen Anime-Booms (80er aufwärts) auch leben könnte.
    Aber jetzt wird immer bessere Qualität verlangt, man produziert mit mehr Details in HD, aber gleichzeitig sinken die TV Ratings und die Verkäufe.
    Zumal es ja anscheinend genug Animatoren gab, um die Nachfrage zu decken, denn die meisten haben vor rund 40-60 Jahren angefangen. Aber seitdem der Boom vorbei ist, verlassen nach und nach immer mehr alte Veteranen die Industrie, aber es gibt nicht genug junge Leute, um die Lücken zu füllen. Zumal die Studios immer mehr outsourcen müssen, also mit dem Budget runter gehen müssen, um die Einbußen wieder wettzumachen. Also wird mehr günstig im Ausland produziert. Ein paar große Studios, wie zB. Toei Animation haben sogar schon Zweigstellen im Ausland errichtet, damit sie dort billige Animatoren arbeiten lassen können und noch mehr Geld sparen, als wenn sie es bei einem anderen Studio in Auftrag geben.
    Sowas finde ich aber nicht gut, denn das zerstört den eigenen Markt, drückt die Löhne weiter nach unten und behindert die Ausbildung von neuen Animatoren. Also auch hier ein Teufelskreis, aber man merkt ja worauf es hinausläuft.
    Es würde mich nicht wundern, wenn Toei Animation und andere bald komplette Anime-Serien über ihre Zweigstellen billigproduzieren.
    Kleinere, japanische Studios trifft diese Entwicklung besonders hart.

    Gerade zu den Löhnen und der Wandlung dessen finde ich konkret leider nicht viele Infos im Netz, aber so wie ich es oben geschrieben habe, habe ich es immer wieder beobachtet.

    Btw. Solche Bezahlmodelle pro Folge mit den Preisvorstellungen, die du genannt hattest, gibt es sogar einige. Spontan fällt mir da „Anime-On-Demand“ (Du hattest das ja sogar schon genannt xDD) ein. Du kannst da eine Folge für 99 Cent „leihen“, also anschauen und nach ein paar Tagen wird die wieder gelöscht, oder für ca. 2€ pro Folge kaufen, dann kannst du sie immer schauen. Man kann auch Sammelbestellungen machen, oder einen günstigeren Preis bekommen, wenn man sich einen ganzen Anime digital kauft.

    Es gibt auch Abos, wo du soviel schauen kannst, wie du willst, aber auch hier ist es auf bestimmte Pools beschränkt und nicht das komplette Angebot und es kostet auch mehr als 5€ im Monat.

    Und wie gesagt gibt es auch noch mehr solcher Angebote, kannst ja mal im Netz stöbern 🙂

  3. Hammer Artikel! Ich wollte schon „+1 für
    Digibro“ schreiben, aber deine Eigentleistung macht das eigentlich überflüssig.
    Es ist schön zu sehen, dass noch andere diese Probleme der Anime-Industrie wahrnehmen. Ganz ganz großes Lob!!!

    Du hast eigentlich alles wichtige genannt, weshalb ich was Probleme angeht, auch nichts hinzufügen kann.
    Allerdings wollte ich noch auf ein paar positive Aspekte aufmerksam machen, die Hoffnung machen:
    1. Es gibt auch ausnahmen: KyoAni zum Beispiel steht immer noch für hervorragende Animationen. Das liegt daran, dass sie es sich als eines der weniges Studios immer noch leisten, Animateure richtig im Haus zu beschäftigen.
    2. Diese Kickstarter, die du nur kurz angesprochen hast, sind richtig erfolgreich: Trigger hatte keine Probleme Little Witch Academia 2 zu finanzieren (erreichte alle Ziele) und auch „Under the Dog“, dass eigentlich gar nicht mal so bekannt ist, wurde ohne Probleme finanziert und wird gerade produziert.
    Sicherlich ist das kein Allzweckmittel, aber für Herzensprojekte verdienter Produzenten wird das sicherlich DAS Mittel sein, um auch diese finanziert zu bekommen.
    3. Die Sache mit der Kultur ist: billig funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt. Besser animierte Shows werden bald sicherlich wieder mehr gefragt sein, gerade dank Studios wie Ufotable, Mappa (hehe), Trigger, KyoAni aber auch (immer noch) Madhouse, die zeigen, was man produzieren kann, wenn man nur will. Das ist nur meine persönliche Meinung, aber ich bin mir sehr sicher, dass es bald wieder einen Umschwung geben wird, der qualitative Projekte mehr fordert auch weil…
    4. der Westen offener für Animes wird. Du sprichst davon, dass Streamingservices schlecht sind, weil die Leute die DVDs nicht kaufen. Das gilt aber maximal für Japan. Für das Ausland bedeuten sie, dass diese endlich aufmerksam auf die Produkte werden, Publisher hier eher Lizenzen kaufen und dadurch auch mehr Fans DvDs und Bluerays kaufen werden (*schielt auf UBW-Bluerays*). Wenn der Animemarkt hierzulande aufblüht, wird das sicherlich für Besserung sorgen.
    @Aeris: Du solltest nicht bei Crunchyroll, sondern Peppermint schauen. die haben die Lizenzen für die ganzen guten Serien (und genau das Modell, das du beschreibst9, auch, weil sie ein extrem gutes Gespür dafür haben. Zudem solltest du bei Crunchyroll auch auf die englischsprachige Bibliothek Zugriff haben. Dort ist die Auswahl echt immens! Zu guter letzt: Daisuki ist komplett kostenlos und wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die Besitzer der Plattform haben auch MyAnimeList gekauft und wohlen da wohl ganz groß werden. (Bestätigung für Punkt 4)

    Wie du schon sagst: Das Problem ist immens, gerade was die Arbeitsbedingungen angeht. Aber meiner Meinung nach wird Anime in Zukunft nicht weniger erfolgreich und irgendwann Qualität auch wieder mehr gefragt sein. Und wenn es dann an guten Animateuren fehlt, dann werden die auch ganz schnell besser bezahlt und ausgebildet 😉

    Noch einmal vielen Dank für den Artikel und die Zeit, die dort hinein investiert hast. Ich hoffe einige lesen ihn und erkennen, dass es einen Grund hat, warum so viel „immergleicher Mist“ kommt.

  4. johnny/ジョニー sagt:

    Großes Lob auch von mir! Habe den ganzen Artikel auf Anhieb verschlungen. Wirklicht toll gemacht. 🙂
    Und bei jemandem wie mir, der sich kaum, oder eigentlich gar nicht, für die Anime-Industrie interessiert (Animes an sich schaue ich schon), hinterlässt das Bild solch einer problembehafteten Anime-Landschaft Japans ganz schön krassen Eindruck, muss ich gestehen. Aber diese Schwierigkeiten entstehen ja nicht zum ersten Mal in der Industrie (allgemein), was einen übersättigten Markt angeht. Traurig aber wahr. Manch eines ging zugrunde, manch anderes entwickelte sich weiter oder änderte sich komplett.
    Welcher „Prognose“ ich mich anschließen kann, ist, dass es in dieser Industrie wohl irgendwann zu irgendeinem Umbruch kommen wird. Aber definitiv muss.

  5. Vielen lieben Dank auch an euch beide für die positive Rückmeldung 🙂

    „Es gibt auch ausnahmen: KyoAni zum Beispiel steht immer noch für hervorragende Animationen. Das liegt daran, dass sie es sich als eines der weniges Studios immer noch leisten, Animateure richtig im Haus zu beschäftigen.“

    Auch bei KyoAni wird Arbeit ins Ausland verlegt, allerdings nicht so häufig und vor allem weniger auffällig.
    Das liegt vor allem an dem höheren Budget, denn KyoAni produziert meistens nur 1-Season Anime und wählt seine Projekte durch einen eigenen Novel- & Manga-Contest „Kyoto Animation Awards“ schon im Vorfeld sorgfältig aus. Das Studio ist damals durch Otaku-Anime wie Haruhi oder K-On! sehr bekannt geworden und seitdem wird fast jeder Titel von KyoAni ein großer Erfolg. Hier mal die letzten Sales ab Haruhi in der Reihenfolge, in der sie erschienen sind:

    Haruhi: 42,7k
    Kanon: 8,9k
    Lucky Star: 30k
    Clannad: 24,9k
    Clannad After Story: 20k
    Sora o Miageru Shōjo no Hitomi ni Utsuru Sekai: 450
    K-On! 43,8k
    K-On!! 39,4k
    Nichijou: 3k
    Hyouka: 10k
    Chuunibyou Demo Koi ga Shitai!: 15,8k
    Tamako Market: 3,8k
    Free!: 29,1k
    Kyoukai no Kanata: 4,5k
    Chuunibyou Demo Koi ga Shitai! Ren: 7k
    Free! Eternal Summer 22,3k
    Amagi Brilliant Park: 6,8k

    Nur Sora, Nichijou, Tamako Market und Kyoukai no Kanata waren in den letzten 10 Jahren Fails und Sora hatte eh nur 9 Folgen. Der meiste Rest ist immer ein Topseller geworden. Damit unterscheidet sich das Studio deutlich von den anderen, wo man 5-10 Animeserien produzieren muss, um auf 1-2 Hits zu hoffen.

    Um KyoAnis Zukunft mache ich mir so schnell keine Sorgen, das hat sich schon fest genug in die Otaku-Kultur etabliert xD

    Btw. Das einzige Studio, das ich kenne, was immer alles komplett inhouse produziert, ist Ghibli. Aber weil die FIlme dadurch sehr, sehr teuer in der Produktion sind, braucht man auch deutlich mehr Verkäufe, damit das Projekt aus finanzieller Sicht erfolgreich ist. Bei Filmen mit Miyazakis Namen hat das auch meistens gut geklappt, allerdings sah es bei anderen Projekten, wie Kaguya-hime gleich anders aus und es wurde oft ein Flop.
    Ich denke, dass das auch ein Grund war, warum man das Studio erst schließen wollte, als Miyazaki ankündigte in den Ruhestand zu gehen.

    Ich bin mal gespannt wie lange sich Ghibli ohne Miyazaki noch halten kann.

  6. Ninjason sagt:

    Wow, Ich hatte leider noch keine Zeit, den Artikel zu lesen, aber hier muss ich mich sofort ransetzen, wenn ich wieder zurück bin.

  7. Aeris sagt:

    @nsm: Ich greife bei Crunchyroll schon auf die englische Bibliothek zu, die Auswahl finde ich trotzdem nicht berauschend. Ja, sie ist riesig, aber für mich … „Schrott“… aka nicht meine Genres. Ich gucke da Naruto, habe Golden Time + Poyo Poyo geguckt, Ende. Ansonsten ist meine Merkliste da leer, weil nicht die Blockbuster dabei sind, über die viel geredet wird, die ich gucken will.

    Habe gerade bei Peppermint mal reingeschaut, ja da hätte ich Fate klasse gucken können… 😦 Ansonsten haben die jetzt aber auch nicht soooooo viel. 35 Serien, davon interessiert mich nur Kill la Kill. Also für mich jetzt leider auch nicht der Burner.

    Daisuki? Mit 14 Animes? (davon 3x Kuroko) Ist jetzt auch kein tolles „Angebot“ (sofern man das für Kostenloses sagen kann), oder?

    Also versteh mich nicht falsch, ich will jetzt nicht die Seiten dissen, aber deine Antwort klang so, als ob ich auf Crunchyroll die ganze Zeit in der falschen Ecke gesucht hätte, und auf diesen anderen Seiten „doch eigentlich alles da ist“, was ich als nicht existent beschrieben hatte.

    Das erste Volume von UBW gibts ja schon auf amazon, heieiei, das ist wieder teuer 😦 Aber die will ich auf jeden Fall letztendlich im Regal stehen haben!!! Mal gucken, wie die Preise sich entwickeln. 🙂

    Die Chance, die nsm anspricht, dass der japanische Markt irgendwann übersättigt ist von qualitativ schlechten/einheitsbreiigen Animes sehe ich auch. Jetzt muss das nur noch irgendwann eintreten… 😉

    Kaguya-hime war ein Flopp? Ooh 😦 Also ich habs gekauft und geguckt, fand ihn sehr schön! Könnte mir vorstellen, dass Leute von dem Tusche-Stil abgeschreckt waren… 😦

  8. @Aeris: Sry, da hast du mich wohl falsch verstanden. Ich hab mich auf den Punkt deines ersten Kommentars bezogen, dass du gerne etwas wie Amazon hättest.
    Peppermint bietet eben genau dies an, dass du nicht allgemein fürs gucken bezahlst, sondern eben für einzelne Folgen/Serien. Somit könntest du Kill La Kill zumindest schon mal gucken, ohne für etwas anderes zu bezahlen. Außerdem ist es so, dass Peppermint nicht viele Animes pro Season lizensiert, dafür eigentlich immer mit die Besten (aktuell Charlotte und Durarara, die beides zu meinen Lieblingstiteln im Sommer gehören). Peppermint ist für „gute Animes“ deshalb meine erste Anlaufstelle.
    Außerdem sind die erst seit einem Jahr wirklich im Geschäft, die wachsen sicherlich noch.

    Der Grund warum du Fullmetal Alchemist, Clannad und Co. nicht findest ist, weil diese völlig zurecht nach Lizensierung für DVDs aus dem Streaming Angebot genommen werden. So ist nun einmal die Lage in Deutschland und die Synchronsprecher wollen schließlich auch was verdienen^^
    Da wirst du hier weniger auf diesen Portalen, die sich mehr auf aktuelle Seasons stützen und mehr auf Netflix und Co. erfolg haben. Die Anime-Sektion von Netflix wächst auch ständig.

    Eigentlich wollte ich Peppermint, vor allem aber Daisuki nur deshalb nennen, weil diese neu sind, aber eine gute Grundlage haben und schnell wachsen werden. Daisuki hat nur 14 Titel? Nun ja, die haben aber auch erst vor 2 Monaten (also diese Season) mit dem Streaming angefangen, sind nun mal kostenlos und wurden von 6 großen Anime Studios (Toei Animation, Sunrise, Aniplex etc.) gegründet. Die werden schnell wachsen und sind sicherlich im Auge zu behalten.

    Wirklich als große Bibliothek sehe ich nur Crunchyroll und ich hab grade mal reingeschaut, diese ist wirklich nicht zu verachten. Wie gesagt, die meisten Lizenzen erlischen nach nem Jahr, aber diese Season sind sie mit „Shokugeki no Souma“, „Gate“ oder „Rokka no Yuusha“ eigentlich auch wieder sehr gut aufgestellt.

    Tut mir leid, wenn ich dich da falsch beraten habe. Ich dachte du hast dich beschwert, dass keiner die aktuellen großen Titel hat. Aber wenn du generell nach einem „Anime-Netflix“ suchst, dann wirst du leider nicht viel Glück haben. Wie gesagt erlischen Simulcast Lizenzen sehr schnell, weil die Publisher meist direkt danach die DVDs veröffentlichen (z.B. Peppermint). Als jemand, der die Season immer live verfolgt, fühle ich mich da gut versorgt, aber Leute, die im Nachhinein ältere Titel schauen wollen, gehen da eher leer aus, stimmt schon.

  9. Aeris sagt:

    Okay, ja, aber „was wie Amazon,…. wo es dann auch ne Menge an Angeboten gibt, wirklich für mich attraktiv sind, und nicht zu 90% was, was ich nicht suche“.

    Dann grase ich gleich mal Netflix ab… ^^
    Gut, die DVD-Lizensierung als Ausschlusskriterium für bezahlte Streams ist da für mich total hinderlich, denn ich würde am liebsten a) OmU gucken, und b) eben die Macher unterstützen. Wenn der deutsche Teil vom Kuchen dabei hinten runter fällt: …tut mir leid, aber die deutsche „Interpretation“ interessiert mich leider nicht 😦 .
    Zumal ich auch keine 100€ pro Serie (DVD) ausgeben kann, aber 20-30€ für geliehene/gekaufte Folgen für mich okay wären.

    „aber Leute, die im Nachhinein ältere Titel schauen wollen“ Genau in die Gruppe würde ich mich einordnen, ganz genau.
    Shingeki zB, hatte da jemand Season 1, als es lief?

  10. dasmiau sagt:

    Wie wäre es, wenn man bei Kickstarter das so einrichtet, dass man ausschließlich für Animatoren, die so und so viel im Jahr verdienen, Geld spendet

    und dieses Geld ausschließlich dafür gedacht ist, deren Unterkunft und etwas Essen/Hausmittel zu bezahlen? Das wäre doch hilfreich. Besser als die Idee DVDs zu kaufen um angeblich das Problem dadurch zu beheben.

    Ich fände sowieso es besser, wenn wir sozusagen die Dienstleistung bezahlen als das Endprodukt.

  11. Ninjason sagt:

    Moin und Willkommen auf Ramen-chan.

    Hmm, Kickstarter ist ja schon fast wieder über den Berg hinüber – zudem müsste da ja eine Einmalsumme zusammenkommen, von der gezehrt werden müsste… das scheint mir langfristig keine Lösung zu sein.

    Um die Macher direkt über ein solches Modell zu unterstützen bietet sich Patreon an – aber „die Animatoren“ sind ja keine Gruppe, die man als User im Netz direkt festmachen kann, wohin das Geld, wer sind die überhaupt… Solche Crowdfundingmodelle brauchen quasi jemanden, den sie kennen lernen können, um wirklich in Fahrt zu kommen. VIele kleienre YoutubeChannels setzen auf Crowdfunding bei Patreon, wo man dann 1$ pro Monat oder pro Video gibt, aber da hat man die Person direkt vor sich und „kennt“ sie und kann dessen Arbeit direkt identifizieren.

    Einfach Geld in einen dunklen Topf werfen, der dann für Animemacher ist, das scheint mir eher gefährlich zu sein – wer administriert das? Wie bezahlt man überhaupt eine Gruppe über das Netz – wo landet mein Geld… Das wirkt mir eher nicht, als würde das viele Leute ansprechen.

  12. Aeris sagt:

    Kickstarter ist soweit ich weiß auch nur für konkrete Produkte, die man liefert. Also du kannst nicht einfach Geld „verschenken“ bzw. in den Geldbeutel einer Person spenden.
    Es müsste dann schon ein konkreter Anime (OVA, Kurzfilm) etc. bei Kickstarter angemeldet werden, und für DEN kannst du spenden.
    Aber nicht einfach so für den Lebensunterhalt von Menschen.

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