Es ist ein neues Naruto-Chapter draußen, Leute.

VORSICHT, Ajin-Spoiler

VORSICHT, Spoiler!

Im Interesse eines spoilerfreien Lesens verzichte ich hier auf eine Beschreibung, aber kommt doch gerne mit euren Gedanken wieder, wenn ihr das Chapter gelesen habt.

Wir sind dann noch hier und schnacken gerne etwas darüber :=)
Das Chapter findet ihr überall, wo ihr sonst auch Naruto gelesen habt, es ist sogar recht lang.

Ninjason

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Ninjasons Gedanken zum Manga „Ajin“

Kei Nagai

Kei Nagai, der Protagonist

Zusammenfassung:

VORSICHT, Ajin-Spoiler

VORSICHT, leichte Ajin-Spoiler

Der Manga spielt im heutigen Japan, es geht um Mitglieder einer übermenschlichen Gruppe, die „Ajin“ genannt werden. Diese können anscheinend nicht sterben und erstehen beim Eintritt des Todes komplett unverletzt wieder auf.
Es gibt nur wenige bekannte Mitglieder dieser Gruppe auf der Welt (bei Storybeinn unter anderem 2 in Japan) und die Regierungen der Welt sind an ihnen für wissenschaftliche Untersuchungen (SPOILER: Mehr als das, es geht natürlich um Geld) interessiert.

Titelbild des ersten Manga-Volumes mit dem Geist eines Ajin

Titelbild des ersten Manga-Volumes mit dem Geist eines Ajin

Da auf die Auslieferung eines Ajin eine Belohnung ausgesetzt ist, ist die Bevölkerung bereits derart desensibilisiert worden, dass sie eine Bedrohung für jedes Mitglied der Ajin darstellt, die sie unverzüglich „verkaufen“. Ihre Familienmitglieder fühlen sich von den Verwandten, die nun als Ajin geoutet sind betrogen und entsagen jede Verbindung zu ihnen. Obwohl diese bis zu ihrem vermeintlichen Tod selbst nichts davon wissen. Zu Beginn des Manga wird klar deutlich, dass Ajin als minderwertig angesehen werden.

Einige von ihnen können außerdem eine Art „nur für Ajin sichtbaren“, geisterhaften Begleiter beschwören, der stärker als ein Mensch ist und diese in Fetzen reißen kann. Die Ajin sind nicht per se gewaltätig, aber die Welt behandelt sie derart pervers, dass sie sich immerzu bedroht fühlen müssen.

Ob man ein Ajin ist, merkt man nur, wenn man nach dem Tod nicht tot bleibt. 🙂

Im Verlauf des Manga entsteht eine Rebellion der Ajin, die sich unter einem Anführer sammeln und Anschläge und Assassinationen in Japan ausführen. Der Manga hat derzeit 34 Kapitel, scheint etwa im Mittelpunkt der Story angekommen zu sein (soweit ich das einschätzen kann natürlich), erscheint etwa monatlich mit 35-40 Seiten pro Kapitel.

Der Manga wurde mir hier auf Ramen-chan von shizuee empfohlen und ich habe direkt alle 34 Chapter gelesen, da er echt extrem spannend ist.

Meine Gedanken dazu:

VORSICHT, Ajin-Spoiler

VORSICHT, mittelmäßige Ajin-Spoiler

Ursprünglicher Kommentar zu Ajin

Ursprünglicher Kommentar zu Ajin

Ok, der Manga ist wirklich gut und sehr spannend.
Sehr interessantes Konzept diese Ajin, wobei ich mir vielleicht ein originelleres Böses auf SEiten der Regierung gewünscht hätte. Das fand ich doch etwas albern und flach „Experimente“, ist so ein Evergreen an „böse-Regierung“-Stereotypen. Nichtsdestotrotz – passt natürlich.

Wie die Ajin gehasst werden, wie der Protagonist direkt alle Bezüge zur Gesellschaft verliert, flieht und überall verraten wird, das fand ich richtig gut – auch sein Kumpel und dessen Abenteuer – vor allem in den aktuellen Kapiteln hat mich echt überzeugt.
Der Böse – da muss ich dir widersprechen, den finde ich eigentlich eher langweilig. Seine Hintergrundstory fand ich erst toll, aber am Ende war ich etwas enttäuscht. Dass er da einfach Rambo spielt, das fand ich schlecht, da hätte ich mir gewünscht, dass da etwas Tieferes erarbeitet worden wäre. Dennoch auch hier – tolle Geschichte im Ganzen.

Ich wünschte, die neuen „anderen“ Ajin wären etwas interessanter.
Denn im Grunde sind sie ja alle etwas Besonderes. Aber sie sind nur wiederkehrendes Kanonenfutter.

Auch finde ich, dass Kei nicht so lethargisch ist, wie du ihn beschrieben hast – klar in den letzten 5 Kapiteln wirkte er etwas weniger motiviert und während er sich versteckt hatte, wollte er halt nichts riskieren, aber ich würde nicht sagen, dass er nicht wollte. Also… dass es zu seinem Charakter gehören würde oder so. Er tut irgendwie (gefühlt) immer, was nötig ist.

Leute – ich kann euch den Manga nur ans Herz legen – er ist glaube ich lange noch nicht fertig – bei einem Chapter pro Monat wird der sicher noch 2-3 oder mehr Jahre gehen. Kann man nur empfehlen das Ding.

Freue mich auf Rückmeldungen.

Ninjason

1 Jahr später…

Damals...

Damals…

Leute, es ist jetzt genau 1 Jahr her, dass Naruto endete. 1 Jahr schon? Das fühlt sich für mich noch gar nicht so lang an… Vermutlich wegen des Zusatzmaterials mit der Geschichte der nächsten Generation, und The Last (den ich gesehen hab), und dem Boruto-Film (den ich aber noch nicht gesehen hab).

Wie habt ihr das Jahr so verbracht? Habt ihr euch noch viel mit Naruto beschäftigt? Habt ihr ein Rewatch oder Re-Read gemacht, oder einzelne Teile/Arcs wieder angeschaut?

Ich muss sagen, über das Naruto Gaiden hinaus habe ich mich kaum mit Naruto beschäftigt. Ich schaue den Anime weiterhin, aber nicht jeden Donnerstag manisch die neueste Folge, hänge auch im Moment wieder ein bisschen zurück. Einige Folgen, mit Gais achtem Tor, waren aber wahrlich ein Augenschmaus und es gingen echt geile Sachen ab! Manche Folgen haben aber auch wiederum enttäuscht. Also durchwachsen wie eh und je.

In der Zwischenzeit war mein sonstiger Anime-Konsum recht wenig. Ich habe Fate/stay night und Fate/zero geguckt, und zum Geburtstag diesen Monat habe ich mir Aku no Hana (deutsche Lizensierung) gewünscht, das werde ich dann definitiv nochmal rewatchen, das war echt genial 😉 !

Zur „Feier des Jahres“ habe ich mir heute nochmal die 2 letzten Breakdowns (700 + 699) durchgelesen + alle Kommentare. Das war sehr schöne Nostalgie, sich nochmal komplett in das Gefühl vom letzten Jahr reinzuversetzen 🙂 ! Kann ich euch nur empfehlen…

Nun denn, gehabt euch wohl!

Eure:

Aeris

Die Probleme in der Anime-Industrie

Hallo, liebe Anime-Fans!

Hier schreibt Kai, besser bekannt unter dem Nicknamen Narutofreak1412 oder auch Chytharo.

Mit diesem Artikel möchte ich ein ernsteres Thema aufmerksam machen, worüber meiner Meinung nach viel zu wenig Leute Bescheid wissen.
Man liest im Netz ja immer wieder mal von Gerüchten, wie dem bevorstehenen Ende der Anime-Industrie, oder News-Artikel mit bedrückenden Aussagen von Leuten, die in der Industrie arbeiten. Aber wie viel steckt wirklich dahinter?

Ich interessiere mich schon seit mehreren Jahren für das Thema, vor allem für die Produktion von Anime (Insbesondere Animation) und bei zahlreichen Recherchen sind mir immer wieder gewisse Probleme aufgefallen, mit denen die Industrie zu kämpfen hat. Und nicht nur die Industrie: Die Probleme betreffen im Endeffekt auch uns Anime-Fans, denen Anime am Herzen liegt!

Insgesamt springen vor allem 2 Probleme ins Auge, auf die ich in diesem Artikel ausführlich eingehen möchte.
Dabei streue ich auch immer wieder meine persönliche Meinung ein, die ich aber so gut wie möglich von den Fakten zu trennen versucht habe.

Außerdem sind einige Textstellen und Bilder mit Quellen und weiteren Berichten zu der jeweiligen Stelle verlinkt, sodass ihr euch auch immer nochmal selbst einen Eindruck machen könnt, wenn ich möchtet.

1) Sponsoring und die Kosten einer Anime-Produktion

Das meiste des Budgets einer Animeproduktion kommt durch Sponsoren zusammen. Um möglichst viele Sponsoren für das Anime-Projekt gewinnen zu können, werden Themen eingebaut, die eine breite Masse an Fans anspricht, wie zB. Ecchi, Comedy oder Action. Zusätzlich werden Szenen so angepasst, dass man den Sponsoren zB. Produkt-Placement anbieten kann, die Chars einen Song singen, der dann von einem Musik-Label Sponsor vermarktet werden kann und so weiter. Also quasi, dass die Sponsoren für ihr Geld was sie reinstecken, auch die Show teilweise beträchtlich beeinflussen können. Manchmal werden sogar ganze Folgen gekauft, in denen dann das Produkt im Mittelpunkt steht oder der komplette Anime wird von vorn herein dafür ausgelegt, um für Sponsoren attraktiv zu sein.

Produkt-Placement in Kara no Kyoukai, Kaiji, GJ-bu und Code Geass

Produkt-Placement in Kara no Kyoukai, Kaiji, GJ-bu und Code Geass

Desweiteren basieren Anime oft auf schon vorhandenem Material, wie Manga, Novels, Spielen ect., sodass man schon eine existierende Fanbase hat, von der man Käufe erwarten kann. Auch werden solche Anime eher gesponsort, da sie oft von Anfang an nur als eine Art Werbung für das Original gedacht sind.
Und trotzdem machen die meisten Anime, welche produziert werden, Verluste. In jeder Season kommen 30-40 neue Anime raus, aber wirklich erfolgreich werden davon immer nur wenige. Deswegen ist es für Anime-Studios schwierig Sponsoren für ihre Projekte zu überzeugen und ohne größere Anpassungen und besonderen Angeboten für Sponsoren hast du als Studio kaum eine Chance dein Projekt überhaupt umzusetzen. Ständig müssen die Studios hoffen, dass sie die Verluste durch zig Flop-Titel mit 1-2 Topsellern ausgleichen können.

Ihr könnt euch ja selber einmal die Anzahl der durchschnittlich verkauften Scheiben pro Volumes bei einer Vielzahl von Anime anschauen, die auf dieser Seite immer recht aktuell zusammengetragen werden.

Es kommt zwar bei einigen Serien auch auf die Merchadising-Sales an, wie zB. bei Langzeit-Anime-Serien, die tagsüber laufen, und auch das Budget ist ja von Serie zu Serie unterschiedlich, aber ungefähr kann man sagen, dass die Serie erst bei durchschnittlich über 5000 Verkaufen pro Volume wirklich ein Erfolg ist.

Laut Masamune Sakaki, der in der Anime-Branche als CG Animator tätig ist, kostet ein durchschnittlicher 1 Season Anime um die 250 Millionen Yen (ca. 2 Millionen €). Außerdem sagt er, wie ich ja auch schon erwähnt hatte, dass ein Großteil der Anime das nicht durch Scheibenverkäufe wieder reinbekommt und das Studio Verlust macht. Sie müssen darauf setzen, dass hin und wieder einer der Titel einschlägt und sich richtig gut verkauft.

Takayuki Nagatani (Producer von dem Anime Shirobako) sagte, dass sein Anime mit 24 Episoden um die 500 Millionen Yen gekostet hat und damit es sich verkauft, musste er viel Werbung machen, Events planen und für Merchadising sorgen.

Werbung und Merchadising von Shirobako - Man beachte den ganzen Ecchi-Kram (Die Serie selber handelt von der Produktion eines Anime und beinhaltet keinerlei Ecchi)

Werbung und Merchadising von Shirobako – Man beachte den ganzen für die Serie untypischen Ecchi-Kram (Die Serie selber handelt von der Produktion eines Anime und beinhaltet keinerlei erotischen Fanservice)

Shinji Takamatsu, ein Veteran-Animator, schrieb dazu auch:

„Expecting to make that up through disc sales alone is a hopeless business model, but that’s how almost all late night anime are“

Das lässt sich hier nachlesen und Anime2You hat den Artikel übrigens auch auf deutsch übersetzt.

Das Resultat des Ganzen sehen wir in jeder Season: Das meiste sind Ecchi/Moe-Comedy-Titel ohne richtiges Ende, welche nur durchschnittlich sind, sowohl vom Inhalt als auch von der Umsetzung her, und beim näheren hinschauen fallen dann auch die ganzen Elemente auf, die nur da sind, um Merchadising zu verkaufen oder Werbung für bestimmte Produkte zu machen. Dazu gehören übrigens oft auch sowas wie  Strandfolgen, denn daraus kann man gleich ne Menge Ecchi-Merchadising wie Poster oder Figuren der weiblichen Charaktere in Badeanzügen verkaufen, oder mit unnötig starker Zensur bei Ecchi-Szenen die Verkäufe der unzensierten BDs/DVDs ankurbeln.
Ihr könnt euch hier ja mal durch die Seasons klicken und darauf achten wie viel Moe-Anime und klischeehafte Novel-Umsetzungen jedes Mal so dabei sind.

An einen Anime zu bereits komplett abgeschlossenen Manga-Vorlagen geht man eher selten ran, weil die meisten Shows ja als Werbung für den laufenden Manga dienen sollen. Außerdem wird einfach mehr Interesse generiert, wenn der Manga noch läuft, da der Manga zu der Zeit dann aktuell im Gespräch ist und man auch auf eine aktuelle Fanbase des Mangas zählen kann, die durch den Anime dann oft noch deutlich größer wird.

Hier noch ein Video dazu, wo das Problem auch nochmal super (auf englisch) erklärt wurde:


So, soviel zur Situation.

Das Problem:

Das Problem liegt jetzt darin, dass es deswegen kaum richtig gute und originelle Anime gibt. Die wirklich kreativen Köpfe, wie talentierte Direktoren oder Animatoren können nur selten ihren Ideen freien Lauf lassen und ihr Konzept dann finanziert bekommen. Es reicht schon, wenn der Stil nicht dem Mainstream entspricht oder man bei der Produktion etwas mehr Zeit braucht, um besonders hohe Qualität zu erreichen, damit die Sponsoren abgeneigt sind, da der Titel dann ein hohes Risiko ist und wahrscheinlich nur ein bestimmtes Nischenpublikum erreicht. Man erreicht als Sponsor mit seinen Produkten dann keine breite Masse. Anime, wie Gurren Lagann oder Space Dandy, die einen wirklich einzigartigen Stil haben und eine sehr hohe Animationsqualität, erblicken deshalb nur selten das Tageslicht und scheitern oft schon an der Finanzierung.

Das Video von oben hat schon einige gute Beispiele dazu geliefert, wie zum Beispiel Masao Maruyama (einer der Gründer von Madhouse), welcher immer wieder orginelle und kreative Anime-Serien/Filme wie zB. Kaiba oder Redline mit massig aufwändiger Sakuga-Animation produzieren ließ und damit das Studio fast in den Bankrott getrieben hatte. Nachdem er dann Madhouse verlassen und sein eigenes Studio gegründet hat (Mappa), musste Madhouse erst einmal einige Mainstream-Anime wie z.B. Mahouka Koukou no Rettousei oder Hanayamata produzieren, um sich davon zu erholen.

Hanayamata - Aus der Sommerseason 2014

Hanayamata – Aus der Sommer-Season 2014

Mittlerweile gibt es auch immer wieder Aktionen, wo die Studios, wie zB. Trigger (KillLaKill) oder Direktoren, wie zb. Masaaki Yuasa (Mindgame, Ping Pong) ihr Projekt über Kickstarter finanzieren und kleine Filme durch die Fans ohne kommerzielle Sponsoren ermöglicht werden.
Das neuste Projekt dieser Art ist zum Beispiel Under the Dog, welches sein Ziel bei weitem erreicht hat 🙂

Meine Meinung dazu:

Das geschilderte Problem ist im Prinzip das, was Hayao Miyazaki (Studio Ghibli) und Hideaki Anno (Studio Khara [Evangelion]) seit längerer Zeit an der Anime-Industrie stark kritisieren.

„The Japanese animation industry has hit a dead end—it will be tough to escape unless we can make animation without commercial considerations… It may even be too late.“ – Hideaki Anno

Anno geht ja sogar so weit zu sagen, dass das ganze in naher Zukunft platzen wird.

Ich wusste das meiste aus dem Video auch schon vorher (Aus Interviews und Aussagen von eben solchen Anime Produzenten ect.) und als Otaku habe ich persönlich nichts gegen Fanservice-Shows an sich, aber was ich sehr schade finde, sind die originellen und besonderen Anime ohne Vorlage, wo man meist Sakuga-Animation und eine kreative Story bekommt. In diesen Anime spürt man wirklich das Wesen und Atmosphäre der einzelnen Direktoren, die jetzt vor allem unter dem Problem leiden. Das muss Fanservice ja nicht ausschließen, wie man bei Gurren Lagann und Space Dandy gesehen hat.
Aber Serien wie Psycho Pass, Eden of the East oder Jigoku Shoujo werden immer seltener und schwieriger zu produzieren und nachdem man den wirklich talentierten und interessanten Leuten dann irgendwann komplett den Hahn zugedreht hat, bleiben in Zukunft nur noch auf Otaku zugeschnittene Mainstream-Serien mit starkem Sponsoreneinfluss übrig, die billig im Ausland animiert werden. Immer mehr Fans von Qualitäts-Anime werden abspringen oder sich lieber Älteres anschauen, was wieder zu weniger Umsatz, also weniger Anime und schlechterer Qualität führt. Am Ende bleiben dann nur noch die Hardcore-Otakus übrig, die alles fressen, was die Industrie so raushaut.

Der Gedanke daran macht mich traurig, das darf so nicht enden!
Obwohl ich ein Otaku bin, schaue ich auch Anime abseits des Mainstream, wie zum Beispiel Kaiji, wozu ich ja auch schon eine Anime-Vorstellung geschrieben habe, in der Hoffnung, dass sich mehr Anime-Fans auch mal trauen einen Titel abseits vom Mainstream zu schauen.

Traurigerweise hat sich Kaiji in Japan pro Volume gerade einmal durschnittlich 425 Mal verkauft und in anderen Ländern ist es garnicht erst erschienen 😦

2) Die Arbeitsumstände der Animatoren

Ein weiteres großes Problem sind die Löhne der Animatoren. Es gibt nur wenig Neulinge im dem Berufsfeld, da die Löhne als frischer Animator dermaßen gering sind, dass man selbst mit zig Überstunden meist nicht einmal die Miete & Essen bezahlen könnte!

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Verlinktes Bild vom Wall Street Journal zum Artikel „The Decline of Anime“

Eine aktuelle Studie zu Löhnen von neuen Animatoren kommt zu folgendem Ergebnis:

Ein durchschnnittlicher Arbeitstag besteht aus 11 Stunden und der durchschnittliche Lohn sind 1,1 Millionen Yen im Jahr, was ungefähr 8.000€ entspricht.

Henry Thurlow (ein amerikanischer Inbetweener, der bei Studio Pierrot zB. an Naruto/Tokyo Ghoul/Baby Steps/Gaist Crusher bei Inhouse-Episoden gearbeitet hat), hat vorher auch bei Nakamura-Productions gearbeitet und sich über die unmenschlichen Bedingungen beklagt:

“Let’s just be clear: It’s not a ‘tough’ industry… It’s an ‘illegally harsh’ industry. They don’t pay you even remotely minimum wage, they overwork you to the point where people are vomiting at work and having to go to the hospital for medicine. They demand that you come in whenever they realize a deadline isn’t going to be met. That probably means about a month and a half of nonstop work without a single day off. Then you will be allowed to go back to your regular six-day workweeks of 10-hour days. No one talks, or gets lunch together or anything. They just sit and work in complete silence and seem uninterested in changing this.” – Henry Thurlow

Inbetween-Work von Henry Thurlow für Naruto Shippuuden Episode 399

Inbetween-Work von Henry Thurlow für Naruto Shippuuden Episode 399

Er schreibt von seinen Erfahrungen und macht auch klar, dass es auch von Studio zu Studio unterschiedlich sein kann:

„The amount of money you earn from day to day changes … since it’s based on how many frame you draw. On Monday I might draw simple corrections on a whole bunch of frame (adding effects that were forgotten by other animators, or “Kii energy” or something like that) resulting in me being able to draw 40 drawings in one day and make over $150 depending on the series. Tuesday-Thursday however, I might have to do the trace-back and inbetweens for a super detailed shot from Tokyo Ghoul (which is really fun btw)…but results in me only drawing 5 frames per day each of those days ($12 a day or so). Each month at Pierrot I earn about $1000. Each month at my previous “slave-labor” studio, I earned about $300 a month.“ – Henry Thurlow

 

Chart vom Shirobako-Staff über das durchschnittliche Einkommen der Leute, die an einem Anime arbeiten. Die Angaben sind in Dollar und mit dem Kurs US$1 = 116 Yen umgerechnet.

Die Angaben sind in Dollar und mit dem Kurs US$1 = 116 Yen umgerechnet.

Dieser Einkommensvergleich stammt vom Shirobako-Staff, also von P.A. Works, und vergleicht das Geld, was die Leute, die an einem Anime arbeiten, durchschnittlich im Jahr verdienen.
Die Abbildung stellt keine Karriere-Leiter dar, so sind College Student und Part-Timer zum Beispiel nur als Vergleich mit drauf. Production Assistant, CG Animator, Producer und Voice Actor sind auch andere Berufszweige als der des Animator.
Aber da sieht man mal wie die Löhne in Japan normalerweise aussehen, wenn man bedenkt dass man als College Student oder Part-Timer noch eher wenig verdient.
Mit „College Student“ sind übrigens neue, junge Leute aus dem Ausland gemeint, die eine Schule besuchen und offiziell unter dem Status „College Student Nebenjobs annehmen können, wenn sie dies im zuständigen Amt eingereicht haben.

Im allgemeinen sind die Löhne der Animatoren in den ersten Jahren deshalb so niedrig, da du ja als Inbetweener anfängst, also die Zwischenframes in einer Bewegung zeichnest und gerade für solche eintönige Arbeit, die kaum Können und Feinfühligkeit benötigt (Du pauschst eigentlich nur einen Key-Frame ab, nur dass du einige Linien etwas versetzt zeichnest, bis du die Position des nächsten Key-Frame erreicht hast), werden meistens günstige Studios aus Korea, Vietnam, Singapur, die Phillipinen u.a. beauftragt. Und diese bieten Inbetweening so dermaßen günstig an, dass das auch den Lohn in Japan weit nach unten gedrückt hat.
Für die Studios ist das sehr nützlich und auch notwending, denn es wäre sonst zeitlich nicht möglich nur mit Inhouse-Staff jede Woche eine Folge produzieren zu können. Inbetween-Frames zu zeichnen hat auch kaum Auswirkungen auf die Qualität des Endprodukts, da man nur für die Zwischenbilder von bereits gezeichneten Frames zuständig ist. Kein Wunder also, dass die Studios für eigentlich jeden Anime Inbetweening größtenteils outsourced in Auftrag geben.

Aber aus diesem Grund gibt es jetzt, ca. 40 Jahre nach dem Aufstieg von Anime, sehr, sehr viele alte Veteranen unter den Animatoren, die in den 70ern/80ern angefangen haben, aber kaum Nachwuchs. Stattdessen wird fehlendes Budget und fehlende Ressourcen/Leute wieder durch billige outsourced Episoden kompensiert, also mittlerweile eben nicht nur mehr das Inbetweening, sondern die ganze Animation einer Folge, samt Key-Animation. Das Ergebnis ist für den aufmerksamen Zuschauer meist einfach nur schrecklich anzusehen, denn die outsourced Key-Animation und Animation-Direction wirkt sich stark auf die Qualität des Endproduktes aus. Das fällt besonders bei Endlos-Animeserien auf, wo es mittlerweile nicht unüblich ist, dass jede zweite Episode oder sogar noch mehr aus billigen Studios aus dem Ausland stammt.
Und dadurch, dass es immer mehr Aufträge für outsourced Studios gibt, sinken auch weiter die Löhne, selbst für Key-Animatoren, und neue eventuell talentierte Animatoren haben nicht einmal eine Chance zu wachsen.

Die Aufstiegsmöglichkeiten als japanischer Animator bestehen eigentlich nur vom Inbetweener zum Key-Animator, wo man aber halt aus dem oben genannten Grund auch nur geringfügig mehr verdient. Und hier hört es dann meist auch schon auf mit der „Karriere“. Nur wirklich talentierte und begabte Key-Animatoren, die mit ihren Szenen herausstechen, haben die Chance zum Animation-Director oder Episode-Director aufzusteigen und vernünftiges Geld zu verdienen. Aber die meisten werden einfach immer weiter jeden Tag extrem lange für einen sehr niedrigen Lohn arbeiten.

Neue und motivierte Leute lernen ziemlich schnell die harte Realität der Anime-Produktion und es ist auch nicht unüblich, dass Leute recht schnell wieder kündigen, wie man auch zB. hier oder hier lesen kann.

Kein Wunder also, dass kaum jemand ein Animator werden möchte. Auch wird mittlerweile soviel Animation outsourced produziert, dass die wenigen Neulinge kaum eine Chance dazu bekommen, richtig zu lernen. Es gibt wenigstens ein paar einzelne Projekte, um dem entgegenzuwirken, wie das Young Animator Training Projekt, welches jedes Jahr veranstaltet wird und von der Regierung selbst bezahlt wird, aber das kratzt eben auch nur an der Oberfläche des Problems und ist keine Lösung auf Dauer.
Der einzige Grund, warum Leute diesen Berufszweig überhaupt noch wählen, ist, weil sie das Zeichnen und Animieren an sich sehr lieben und es als Beruf ausüben wollen, egal wie sehr die eigene Gesundheit darunter leidet und wie wenig man bezahlt wird.
Es ist nicht unüblich, dass Leute sich ins Krankenhaus arbeiten, da sie pro gezeichneten Frame bezahlt werden und sie keine andere Wahl haben als jeden Tag bis in die Nacht zu arbeiten, um die Miete und Essen bezahlen zu können.

Arbeitszeiten von Stunden in der Woche sind keine Seltenheit

Arbeitszeiten von 60-70 Stunden in der Woche sind keine Seltenheit.

Studio Pierrot ist da noch eines der menschlicheren Studios, bezahlt überdurchschnittlich und behandelt seine Mitarbeiter nicht wie Sklaven. Das merkt man ja alleine schon, wenn man deren Blog-Posts verfolgt und sich mit der Animation bei Naruto auseinandersetzt, worüber ich auch mal einen Artikel geschrieben hatte. Es gibt Einweihungsfeiern für neue Mitarbeiter und man lässt den Animatoren große Freiheiten. So werden selbst Stile, die von dem regulären Stil abweichen, wie Shingo Yamashitas oder Norio Matsumotos, so gelassen und sogar gefördert, was ich richtig gut finde! Das ist auch der Grund, warum man bei Naruto die einzelnen Animatoren so gut unterscheiden und erkennen kann. Aber das ist leider eher die Ausnahme…
Wenn ich jetzt nebenbei mal daran denke wie oft Studio Pierrot von den Fans gerade wegen den Shingo- und Norio-Folgen (zB. Naruto vs Pain) auch noch gehatet wurde… Aber nun gut, das ist ein anderes Thema.

Apropos Shingo Yamashita!

Er hat zusammen mit Jun Sugawara und Naoyuki Asano versucht zumindest im kleinen dem Problem entgegen zu wirken und hat über IndieGoGo bereits 2 mal erfolgreich Wohnmöglichkeiten für junge Animatoren gesponsert! Ich habe natürlich auch beide Male einen kleinen Teil dazu beigetragen, genauso wie zu Yuasa’s Kickheart und Triggers „Little Witch Academy 2“ damals über Kickstarter.
Die Leute, die dort einziehen dürfen, bekommen eine besondere, sehr niedrige Miete, sodass sie von den knapp 660€ im Monat für die 60 Stunden Woche trotzdem leben können und als Bonus bekommen sie sogar Hilfe, Unterricht und Unterstüzung von talentierten Sakuga-Animatoren wie Shingo Yamashita.

Meine Meinung dazu:

Ich finde die Idee mit den Kickstarter-Projekten zwar richtig toll, aber das ändert leider nichts am Hauptproblem! Erst als talentierter Freelancer oder wenn du dich zum Animation-Director/ Episode-Director hochgearbeitet hast, kannst du wirklich davon leben, aber bis dahin können Jahre vergehen und ein gewisses Talent ist auch von Nöten. Viele werden diesen Status nie erreichen und für immer Key-Animator bleiben…
Auch die handvoll Leute, die in den „Young Animator Dorms“ wohnen und arbeiten dürfen, ändern nicht wirklich etwas an dem Problem an sich.

Ihr habt bestimmt schon gemerkt – Die Probleme hängen alle miteinander zusammen und es ist ein Teufelskreis in den sich die Anime-Industrie immer weiter reinreitet. Ich kann schon verstehen, was Anno und die anderen damit meinen, dass es irgendwann zusammenbricht.
Auch immer mehr andere Leute aus der Industrie melden sich zu Wort und wenn man sich mal die ganzen Berichte, die ich in diesem Artikel so verlinkt habe, durchliest, wird schnell klar, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann. Ich denke es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das ganze System wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Das sollte einfach nicht sein, dass komplette Serien unnötig stark unter schlechter Qualität leiden müssen, von Sponsoren beeinflusst werden, es kaum talentierte Leute mehr gibt, die Animatoren unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und selbst der Staff am Ende mit dem Produkt unzufrieden ist, das aber hinnehmen muss, da das Ganze sonst nicht einmal entstehen hätte können. Und gleichzeitig wird aus der tollen und spaßigen Idee für einen Anime nur ein weiterer Durchschnitts-Flop, welcher von hunderten gesundheitlich angeschlagenen und ausgebeuteten Animatoren gestemmt wird, und das ganze Projekt stellt im Endeffekt auch noch einen weiteren Schritt in die falsche Richtung für die Anime-Industrie dar.

Was kann man dagegen tun?

Der Typ im Video schlägt zum Beispiel vor, dass die Fans mehr DVDs kaufen sollen. Aber gerade bei den heutigen Standards mit Streams sind Scheiben ein aussterbendes Medium und immer weniger Menschen legen sich eine DVD/BD-Sammlung an. Deswegen ist das meiner Meinung nach keine richtige Lösung auf Dauer.

Es ist in der Tat ziemlich schwierig einen Ausweg aus dem Kreislauf zu finden.
Ich kann es ja mal aus meiner Sicht beschreiben,  da ich ich als Fan/Käufer ja auch ein Teil der anderen Seite des Problems bin. Noch dazu kann man mich schon als Otaku, also extremen Anime-Fan, bezeichnen, da ich beinahe mein gesamtes Geld in Anime stecke und auch mein Lebensstil mit dem eines typischen, japanischen Otakus vergleichbar ist.
Bei meinem Bedarf (10-15 Serien pro Monat) könnte ich es mir niemals leisten auch nur 5 Stück davon auf DVD zu kaufen. Mal davon abgesehen, dass vieles davon hier nicht verfügbar ist und man es sich aus Japan importieren müsste, würden 5 Serien, selbst wenn sie nur 12 Folgen haben und auf nur 4 Volumes erscheinen (in Japan sind 12 Folgen meist sogar auf ganze 6 Volumes aufgeteilt), schon 500€+ kosten!
Also was mache ich? Auf offizielle Streaming-Seiten wie zB. Crunchyroll oder Daisuki ausweichen und dort schauen. Aber natürlich können die 4,99€ im Monat nicht mal ansatzweise 10-15 Serienproduktionen unterstützen.
Nur in wenige Serien, die ich wirklich als Meisterwerk bezeichnen würde, stecke ich dann auch mal hunderte an Euros, um sie im Regal stehen zu haben.
Da Naruto für mich nochmal etwas ganz Besonderes ist, stecke ich dort was DVDs angeht eigentlich das meiste Geld rein (Nicht nur, dass ich die deutschen DVDs und Boxen alle ausnahmslos kaufe, ich importiere sogar japanische DVDs).

Dafür, dass ich keine große DVD/BD-Sammlung habe, fließt der Großteil meines Geldes in Merchadising und Manga von Serien, die mir gefallen haben. Wenn mir ne Serie gut gefallen hat, dann kaufe ich Figuren, Poster, Karten, Kissenbezüge, Spiele und mehr und meistens nicht die Anime-DVD, weil ich habe den Anime ja gerade erst gesehen und für den Stream ja sogar etwas bezahlt. Wieso dann für 150-200€ dieselben 12 Folgen direkt noch mal kaufen, nur damit es dann erstmal im Regal rumsteht…? Merchadising bietet mir in dem „Hype“ direkt nach dem Schauen einen höheren Mehrwert und ist auch noch günstiger als die DVDs, die oftmals erst noch teuer importiert werden müssen. Ich tendiere oft dann auch dazu lieber den Manga oder die Novel zu kaufen, also die Vorlage, da ich dann die Original-Story genießen kann und um die Story nochmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Und so denken anscheinend auch viele der japanischen Otakus, die dort den Großteil der Animefans ausmachen. Wobei diese es nicht einmal per Stream, sondern direkt im TV schauen können. Die Taktik der Industrie mit Bonus-Episoden, einem Haufen Extras oder der schon erwähnten übermäßigen Zensur im TV, die dann auf der Scheibe uncut ist, einen Mehrwert zu schaffen, funktioniert auch nur bedingt, weil ja dadurch die Preise der sowieso schon teuren Volumes weiter steigen.

Merchadising- und Manga-Sammlung

Merchadising- und Manga-Sammlung

Kein Wunder also, dass ein üblicher Anime heutzutage Merchadising braucht, um sich zu verkaufen. Und ein Moe-Faktor in den Serien hilft beim Verkaufen von Merchadising ungemein + die Serie ist für Sponsoren um ein Vielfaches interessanter.

Es gibt sicherlich auch ältere Fans, mit einem gut bezahlten Job, die sich viele DVDs kaufen, aber das kommt leider bei den japanischen Otakus nicht so häufig vor, denn viele haben entweder keinen Job, oder schlagen sich mit Nebenjobs durch, um das meiste ihrer Zeit mit Anime verbringen zu können. Dazu kommt dann noch, dass man auch in Japan als Otaku von der restlichen Gesellschaft schief angeschaut wird und viele Otakus dann anfangen von der Gesellschaft Abstand zu nehmen. Und dann gibt es natürlich auch noch das Hikkikomori-Problem.
Ich will jetzt aber auch nicht alle Otakus über einen Kamm scheren, denn auch über Otakus hinaus wird in der Zukunft Streaming eine immer größere Rolle einnehmen und der DVD-Vertrieb immer weiter zurückgehen.

Aber ich finde nicht, dass man die Schuld auf das Merchadising schieben kann. Offizielles Merchadising unterstützt den Anime finanziell und viele Endlos-Serien können sich nur deswegen überhaupt über Wasser halten.
Aber da fängt das Problem auch schon wieder an, weil die Studios ja nicht auf den Kopf gefallen sind und man ja mehr Merchadising verkaufen kann, wenn man seine Serie auch vom Inhalt her gleich darauf auslegt, wodurch man mehr Sponsoren gewinnen kann, wie zB. Namco Bandai, die dann Spielzeug/Games dazu herstellen oder Aniplex, die dann die DVDs, CDs und Merchadising vertreiben und viele mehr. Man weiß vorher nicht, ob die Serie erfolgreich wird und möchte natürlich so wenig Verlust wie möglich machen, wenn es ein Flop wird.

Hayao Miyazaki ist der Meinung, dass die Otakus Schuld sind, da es hauptsächlich diese sind, die sich mit dem ganzen Merchadising eindecken und sich auf stereotypische 2D-Charaktere fixieren.

Otaku-Zimmer

Otaku-Zimmer

Außerdem verachtet er die Sexualisierung von Anime-Charaktern, die ja ein Teil der Otaku-Kultur ist, und möchte in seinen Filmen der stereotypischen Darstellung von weiblichen Charaktern entgegenwirken.

Das macht schon Sinn finde ich, denn Angebot richtet sich ja nach der Nachfrage und wenn sich Moe-Serien sicherer verkaufen, dann wäre es ja dumm von den Studios das nicht zu nutzen, gerade da sich viele Anime ja nicht genug verkaufen, und die Studios sich über Wasser halten müssen.
Und egal, ob es sich um Flops handelt oder richtige Hits – Eine Serie wie z.B. Love Live verkauft in Japan einfach mehr Scheiben als Attack on Titan oder etwas wie Highschool DxD ist erfolgreicher als Death Note.
Das wäre bei uns im Westen unvorstellbar, aber die meisten Anime werden eben in erste Linie für den japanischen Markt produziert. Klar werden auch Lizenzierungen von anderen Ländern als Einnahmequelle immer wichtiger, aber es wird selten etwas produziert, was von Anfang an im eigenen Land keine hohe Aussicht auf Erfolg hat, weil westliche Publisher haben ja den japanischen Markt im Auge und sind sicher nicht daran interessiert Serien einzukaufen, die in Japan gefloppt sind.

Sind also Otakus Schuld? Ich persönlich finde nicht, dass man den Otakus da hauptsächlich die Schuld geben kann, da ja gerade eben die Otakus sehr viel Geld in die Industrie stecken und diese auch den Großteil der Scheibenverkäufe ausmachen. Ohne Otakus wäre der Anime-Markt garnicht erst so weit gekommen, denn um die Otaku-Kultur herum hat sich das ganze ja überhaupt erst entwickelt. Wenn ich daran denke, was alleine damals schon der Evangelion-Hype alles ausgelöst hat!

Aber ich bin ganz klar der Meinung, so gern ich auch Moe-Mainstream-Anime schaue oder Merchadising kaufe, dürfen solche Serien nicht den kompletten Markt negativ beeinflussen!
Da läuft einfach was falsch, wenn du als Direktor fast schon dazu gezwungen bist, deine Charaktere für Otakus zu sexualisieren, oder einen relevanten Teil des Inhaltes zu verändern, um das Projekt überhaupt erst ermöglichen zu können, auch wenn der Inhalt und die Atmosphäre deines Titels eigentlich in eine ganz andere Richtung geht.

Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass es Animeserien gibt, die vom Staat bezahlt werden, um dem Problem entgegenzuwirken. Sowas gibt es ja schon im kleineren, wie bei dem oben bereits erwähntem Young Animator Training Project,wo es darum ging die Ausbildung von neuen, jugen Animatoren zu unterstützen.

Es gibt auch einige Anime, die auf öffentlich rechtlichen Sendern, wie NHK laufen. Dessen Kosten werden, genau wie bei uns auch, größtenteils durch eine Art Rundfunkgebühr gedeckt, die jeder Bürger zahlen muss. Und NHK sponsort dann auch die Anime, die auf dem Sender manchmal laufen. Viele davon sind nicht an Otakus gerichtet, sondern zeigen Anime als Teil der japanischen Kultur.

Koji Takeuchi, Anime Produzent und President von Telecom Animation Film Co. (Eine Tochtergesellschaft von TMS Entertainment) sieht laut The Wall Street Journal Geldmittel vom Staat auch als eine Lösung:

Koji Takeuchi - Telecom Animation Film Co.

Koji Takeuchi – Telecom Animation Film Co.

„Mr. Takeuchi says if the government wants to help, it should find ways to channel funds for making high-quality programs. Without such an effort, the 55-year-old industry veteran says, the new museum [Die Rede ist von einem neuen Anime-Museum] might become a tombstone for a dead industry.“ – The Wall Street Journal

Also meiner Meinung nach wäre es eine super Idee, wenn die Regierung Anime fördert, die nicht Otakus als Zielgruppe haben, und nicht im Ausland animiert werden. Man muss ja nicht gleich die kompletten Kosten übernehmen, aber man könnte doch für Anime dieser Art finanzielle Fördermittel bereitstellen, um einen Teil der japanischen Kultur am Leben zu erhalten.
Außerdem sollte es Mindestlöhne für Animatoren geben. Auch wenn sich das wahrscheinlich schwierig umsetzen ließe, da die meisten Animatoren als Freelancer arbeiten, also sie arbeiten nicht fest bei einem Studio, sondern immer gerade da, wo es was zu tun gibt. Vielleicht könnte man aber wenigstens jungen, neuen Animatoren staatliche Zuschüsse gewähren.
Ich kenne mich aber ehrlich gesagt nicht so gut mit der japanischen Politik aus und weiß nicht, wie amibitioniert die bei solchen Themen sind.

Nur was kann ich selbst jetzt dagegen tun? Es ärgert mich zusehen zu müssen, wie all den tollen Animatoren Ketten angelegt werden und die Zukunft meines Hobbys, welches einen großen Teil meines Lebens einnimmt, nicht rosig aussieht 😦
Ich unterstütze finanziell vollstens Naruto und andere Anime, die mich sehr faszinieren, ich spende Geld für Projekte über Kickstarter wie die Shingo’s Animator Dorms oder damals Yuasas Kickheart und zuletzt „Under the Dog“, aber das sind alles nur kleine und einzelne Fälle und wirken den Problemen in der Anime-Industrie grundsätzlich nicht wirklich entgegen.

Deswegen habe ich mich entschlossen, diesen Artikel zu schreiben, um mehr Anime-Fans auf diese Probleme aufmerksam zu machen!

Ich mache mir nämlich oft zu Themen wie diesen Gedanken, wenn ich zum Beispiel Sakuga-Animationen durchstöbere oder mir Interviews und Blogposts von den Menschen durchlese, die in der Industrie arbeiten…

Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen mit ihrer Geldgier und Profit-Orientiertheit soviel selbst kaputt machen, nicht nur in der Anime-Industrie, sondern auch in vielen anderen Bereichen…

Nachwort

Erst einmal vielen Dank für die Zeit, die ihr euch zum Lesen genommen habt!
Was denkt ihr zu dem Thema? Habt ihr die angesprochen Auffälligkeiten auch schon oft in Anime entdeckt? Wie steht ihr zu dem Thema und was sind eure Meinungen zu den Problemen?
Fällt euch vielleicht eine weitere Lösung ein, wie man aus dem Kreislauf ausbrechen oder die Anime-Industrie wieder stabilisieren könnte? Und was könnte man als einzelner Fan tun, um dem entgegenzuwirken?

Ich würde mich auch sehr über Lob & Kritik zum Artikel freuen!

Und wenn euch der Artikel gefallen hat, dann würde es mir auch viel bedeuten, wenn ihr den Artikel mit anderen Leuten teilt, damit mehr Menschen auf dieses wichtige Thema aufmerksam werden.

Euer Kai (Narutofreak1412/Chytharo)

 

Ninjason macht eine Schreibpause bis September (oder Oktober)

Moin ihr Lieben,

leider muss ich erstmal eine komplette Pause einlegen, es ist ja auch in letzter Zeit nicht besonders viel von mir gekommen, aber ich schreibe gerade meine Masterarbeit und bin ein Meister im „Aufschieben“, „später machen“, „nochmal kurz online gehen“ usw.

Daher der komplette break. Auch mein Forum muss erstmal ohne mich auskommen.

Im September/Oktober habe ich noch eine mündliche Prüfung, bei der ich meine Arbeit verteidigen muss, danach stürze ich mich (das verspreche ich) auf alles, was auch nur im Entferntesten mit Freizeit zu tun hat.

  • Der Goku-Naruto-Artikel, den ich offen habe
  • Die Artikel, die ich im WInter versprochen habe zu den Themen Frauen und Sexualisierung und Bla in Anime/Manga
  • verschiedene Vorstellungen von Manga/Anime, die schon als Entwürfe vorliegen
  • Mein Naruto-Game
  • und alles was mir/euch noch so einfällt.

Bis dahin wünsche ich alles Gute!

Ninjason

Tokyo Ghoul „Theaterstück“ in Japan

Tokyo Ghoul Stage Play

Weiß jemand etwas hierüber?
Es gibt einen Link, mit der Info „Sheduled for Juli 2015“, aber das sagt mir nix zu Inhalt, Rahmen, Umsetzung, Länge etc.

„Studio Pierrot“ wird erwähnt @Narutofreak – weißt du, wie man an zusätzliche Informationen dazu kommen könnte?
Eine Website, ein Forum, irgendwas zum Studio, wo Ankündigungen dazu stehen könnten, außer der Standardwebsite, da steht nur generischer Anime-Kram drauf.

Arrrgh!!!
Und ich dachte, wir leben im Informations-Zeitalter!

… Wo seid ihr dann, Informationen?

Ninjason

5 weitere Fragen an uns alle zu Anime und Manga

Akashi_interview_anime

Hallo liebe Leser,
bitte entschuldigt den recht dünnen Content in den letzten Wochen, wie immer wenn man sich vornimmt, sich „ab jetzt ganz besonders um eine Sache zu kümmern“, meldet sich das Privatleben zu Wort.
Wir möchten natürlich auch wieder tiefer in die Autorenschaft und vor allem unsere tolle Community einsteigen, mit interessanten Projekten und allem was dazu gehört und melden uns jetzt erstmal wieder mit der Fortführung der Fragereihe zurück, die wir zu Jahresbeginn gestartet haben:

Da Aeris momentan leicht verhindert ist, poste ich heute meinen Teil zu dieser Fragerunde ohne ihren Input, damit wir die Unterhaltung schonmal beginnen können.


Welchen Titel findest du am stärksten unterschätzt?

Kakashi thinking

denkdenkdenk…

Hmm, auch wenn die Frage von mir selbst kommt – ich habe sie vor Monaten in einem „für spätere Artikel dieser Art“-Notiz-Artikel abgespeichert und völlig vergessen – ist das echt hart.

Ich müsste ja jetzt „den“ Titel parat haben, der total der Underdog ist, aber das größte Rampenlicht verdient – aber woher sollte ich den kennen? Ich kenne ja wahrscheinlich nur die fetten, großen Titel. Und selbst die, die *ich* als kleine Titel bezeichnen würde, haben es ja immerhin bis zu einem Leser/Schauer in Deutschland geschafft…
Ich nenne daher Titel, von denen ich immer gewollt habe, dass MEHR Leute sie sehen/lesen und mache das daran fest, wie gut man heute (noch) da herankommt:

  • Crayon Shin-Chan
  • Digimon
  • Dr. Slump
ShinChan01

Mangaband 1

Shin Chan (in Japan Crayon Shin-chan) ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Die Serie läuft seit 1990 als Manga/seit ’92 als Anime ununterbrochen in den unmöglichsten Ländern und wir hier in Deutschland haben nur eine Handvoll Bücher/Episoden davon abbekommen und werden NIEMALS mehr kriegen…
Ich selbst besitze alle 8 in Deutschland erschienenen Mangabände (es gibt insgesamt 50!). Die deutsche Stimme von Shin war sooo gut – alle Stimmen in der deutschen Vertonung…
Es war echt ein Traum.

Selbst der Tod des Autoren 2009 hat die Serie nicht vom Stoppen abgehalten – sie läuft seitdem als „New Crayon Shin-chan“ weiter und hat seitdem 3 weitere Mangabände veröffentlicht.
Von den aktuell 856 Anime-Episoden haben wir gerade mal 130 oder so in Deutschland bekommen…
Den Rest werden wir niemals übersetzt kriegen, der Zug ist abgefahren. Von den deutschen Synchronsprechern ist mindestens einer seitdem gestorben – und zwar eine recht zentrale Stimme – das wird also nichts mehr.

Poster zum aktuellen Shin Chan Movie

Poster zum aktuellen Shin Chan Movie

Es gibt außerdem 25 Videospiele, 23 Kinofilme (von denen einige mehrere Millionen $ gemacht haben… und der aktuellste am 18.05.2015 erschienen ist)
Auch all das werden wir niemals sehen/spielen/lesen können…

Digimon – vor allem Digimon Adventures 01 und 02 und auch Digimon Tamers (das war das erste Mal, dass Digimon quasi rebootet wurde – Digimon Tamers hat mit Digimon Adventures nichts zu tun, auch wenn es technisch die dritte Staffel von „Digimon“ als Serienuniversum ist) sind richtig gute Serien.
Es geht natürlich um Freundschaft und Verständnis, aber auch viel um das noch junge Internet.

Digimon 01

Akteuere der Staffeln 1-3 (für Vergrößerung klicken)

Visionen einer digitalen Welt, die parallel zu unserer liegt und endlose verschiedene Digimon-Evolutionen, die Digimon 1 zu Digimon XVQ werden lassen können, haben mir gezeigt, dass die Serie um Längen besser war als der Overdog Pokémon.

Leider waren anscheinend zu wenige der gleichen Meinung.
Die Folgen gibt es kaum auf Deutsch zu kaufen, ein Manga, der einen Digi-Tamer ähnlich wie Tai (Anführer der ersten Staffel), aber mit einer Digi-Volution von Veemon (Digimon des Anführers der zweiten Staffel) hat es nur zu einem Band geschafft, das war sehr schade, weil ich den Einblick in diese Digi-Welt immer sehr interessant fand…
Zum Glück ist eine neue Staffel (Digimon Tri) in Arbeit, die sich mit den erwachsenen Digi-Rittern der ersten Staffel auseinandersetzt – sie kommt sogar im Mai glaube ich in Japan heraus. Ich bin gespannt…

Es gibt 7 verschiedene Animeserien, die im Digi-Universum spielen, 9 Kinofilme und UNZÄHLIGE Videospiele – vom Tamagotchi-Aufziehen eines Digimon (das war glaube ich die Urversion), über Beat-em-Ups bis zu RPGs und Trading Card Games. Ich kenne die Digimon-World-Serie (1 und 3 sind sehr gut).

Dr.Slump01

Mangaband 1

Als letztes Dr. Slump.
Den Manga kann man nicht mal online lesen – 1, 2 oder 3 der 18 Bände bieten verschiedene Online-Reader-Seiten an, eine Schande…
Dabei ist das Stück von Akira Toriyama längst ein Klassiker – viele Ideen und Entwicklungen, die es in den Folgemanga Dragon Ball (ah, den kennt man) geschafft haben, wurden hier entwickelt, auch wenn die Story um das Robotermädchen Arale ein eigenes Stück Humor-Gold ist.

Oben: Arale im Dragon Ball-Anime (1986-89) Unten: Goku im (neuen) Dr. Slump-Anime (1997-99)

Oben: Arale im Dragon Ball-Anime (1986-89)
Unten: Goku im (neuen) Dr. Slump-Anime (1997-99)

Es gab 2 Anime-Serien, eine sehr alte und eine früh in den 2000ern, nachdem DBZ abgeschlossen war – das hat man gemerkt.
Viele deutsche DBZ-Sprecher waren in der Serie, Arale (die ja in den 80ern noch vor Goku gezeichnet wurde) hatte in einer Folge einen DB-Manga in der Hand…
Fanservice vom Feinsten -_-
Die zweite Serie war ein Remake – zwar hübscher aber hat leider abgestunken. Der Manga aber – greift zu, wenn ihr ihn jemals seht, man kann den orangefarbenen Einband nicht übersehen – ist absolute Spitzenklasse!

Ansonsten gibt es noch 11 Kinofilme und mehrere Videospiele, die ich aber alle nicht kenne.


Wenn du dir einen Titel aussuchen könntest, dem du eine Fortsetzung geben könntest – welcher Titel wäre es und was müsste darin enthalten sein?

Und: Welche Form würdest du wählen, um die Fortsetzung zu erzählen (Chapters/Manga-Band, (Visual-)Novel, Data-/Art-Book, (Real-)Movie, OVA, normale Folge, Interviews mit dem Autor/den Synchronsprechern, oder, oder, oder…) und warum gerade dieses Medium?

Uff, ich denke, ich würde einen ganzen Band zu Ranma 1/2 machen wollen.

In der Serie wurden immer mal wieder Elemente eingeführt (Personen, Künste, Liebesentwicklungen…), die nie weitergeführt wurden, damit immer und immer wieder neue zusammenhangslose Abenteuer mit diesen Elementen gesponnen werden können.
Quasi nach dem Motto „am Ende einer Episode ist alles wieder wie am Anfang“.
Dabei ist sooo viel Detail auf der Strecke geblieben, das ich gerne gebündelt aufnehmen und abschließen wollen würde.

Ranma 01

Das Ende des Ranma-Mangas ist so plötzlich gekommen, weil es nicht ausgeleitet worden ist.
Es hätte quasi einfach auch noch ein Abenteuer hintendran kommen können und keiner hätte sich gewundert.

Das heißt (SPOILER-ALARM), ich würde Ranmas Familie zusammenführen (oder für immer trennen), Ranma und Akane zusammenbringen, Ranma eine Lösung für seine weibliche Seite präsentieren und die wichtigen Nebencharaktere (Kuno, Ryoga, Shampoo, Happosai, Familie Tendo, Cologne) alle in eine feste Richtung bringen, sie die Schule abschließen lassen, etc. und ganz allgemein nacheinander die Charaktere von der Bühne treten lassen mit jeweiligen Zukunftsvorstellungen und Wünschen und die letzten – unfassbar schönen – anderthalb Seiten des echten letzten Mangabandes von Ranma 1/2 einfügen, um zu zeigen, dass all das *gerade eben* passiert ist und dass die Protagonisten jetzt zufrieden die Bühne verlassen können.

Warum einen Mangaband?
Ich hätte zu viel zu erzählen für ein einzelnes Chapter und möchte meine Geschichten in die bekannte Erzählung einbetten – nicht etwas „extra“ machen. Da der Anime generell einen anderen Verlauf hat, würde ich daher auch kein animiertes Format wählen.


Was ist das essentielle Element, dass einen „guten“ Titel für dich ausmacht? Gibt es so etwas überhaupt?

Und: Kannst du (wenn du davon ausgehst, dass es dieses gibt) Titel nennen, die du mochtest, die diesem Element aber dennoch widersprechen und sagen, warum du sie trotzdem magst?

Das „eine“ Element gibt es m.E. nicht, dafür ist die Materie einfach zu komplex.
Es gibt sicher mehrere Dinge, die einen Titel zu einem guten/schlechten Titel machen können – allerdings sind das wohl eher alles schlechte Dinge. Das Fehlen dieser schlechten Dinge, macht in meinen Augen oft einen guten Titel aus, da ich sehr schnell Titeln kritisch gegenüberstehe, wenn sie gewisse Grundregeln, die (von mir?) gefordert werden, nicht einhalten.

Auf Aeris‘ Wunsch werde ich hierauf an dieser Stelle ganz besonders eingehen und versuchen, meine Position am bisherigen Naruto Gaiden-Manga als Beispiel zu erläutern.

Ich habe diese Dinge nicht auf Kommando bei der Hand, aber wenn ich so überlege, was ich die letzten Jahre immer als das herausstechendste Element beobachtet habe, dass einen Titel „schlecht(er)“ macht, dann ist es Konsistenz.

Konsistenz ist meiner Ansicht nach wirklich ein Grundpunkt, der von jedem Autoren zu halten sein muss. Ich finde das auch nicht übertrieben – wenn eine Welt erschaffen wird mit gewissen Regeln, Grundsätzen und Grenzen, dann sollte es im Interesse des Autors sein, diese Welt zu erhalten. Klar gibt es Entwicklungen, die alles ein wenig biegen und ausreizen, aber solange das begleitend *erklärt* oder irgendwie anders kommuniziert wird, dass es sich um etwas Besonderes handelt, oder dass die Akteure dieser Welt, sie zuvor falsch eingeschätzt haben, ist das in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es, wenn man Elemente einfach in die Story hineinsetzt, weil man genau weiß, wie *geil* es die Leser finden – ja ok, tun sie halt. Aber schlecht ist es dann trotzdem – billiger Fanservice ist genau das gleiche wie ein Übermaß an CGI-Effekten… Es ist peinlich, wenn man sein Werk dadurch legitimieren muss und ich kann Verteidiger solcher Werke nicht ernst nehmen, wenn sie keine anderen Elemente vorführen können, als „wie geil Narutos neuer Moodo“ war, im Angesicht des 7. oder 9. Mals, dass er mal wieder einen neuen hatte.

Als Beispiel: Naruto ist ein Manga, in dem es Tode gibt. Menschen sterben halt. Nicht nur das – es gibt einen Todesgott, der Seelen oder Teile von Seelen mit sich nehmen kann, die NIEMALS wieder verfügbar sein können. Und selbst der übermächtige Orochimaru ist nicht dagegen gefeit. Er verliert die Kontrolle seiner Arme im Kampf gegen den Hokage und muss Tsunade um Hilfe bitten – wir können uns in etwa vorstellen, wie gerne er das getan hat. Aber – huch? Orochimaru ist wieder topfit. Einfach so. Wie? Was meinst du damit „seine Arme sind von Sarutobi versiegelt worden und dürften nicht mehr Teil seiner Seele sein? Neeein, das war doch nur… Psscht. Orochimaru hat den Körper gewechselt und ist wieder fit. Wir reden einfach nicht mehr darüber, dann merkt es vielleicht keiner. Ach – und genauso vergessen wir einfach, dass *das gesamte Dorf Konoha* von Pain ausgelöscht wurde – ich lasse ihn einfach ein „alle sind wieder am Leben“-Jutsu ausführen, dann passt das schon.

ÜBER-Sasuke im normalen Manga, Kapitel 5

ÜBER-Sasuke 010 – 05

DAS – ist billige Storyentwicklung und bricht mit jeder Konsistenz.
Genauso die Entwicklungen, die wir gerade im Manga beobachten, in dem Shin Uchiha (wenn er so heißt), gegen Sasuke kämpfen kann, aber dessen Tochter nicht mit einem Hieb ausschaltet, sogar eine Waffe beschwört und mit ihnen „kämpft“.

Sarada vs Shin Gaiden 003 - 14

Sarada vs Shin
Gaiden 003 – 14

Chouchou vs Shin Gaiden 003 - 16

Chouchou vs Shin
Gaiden 003 – 16

Oder wenn Akademie-Schüler generell plötzlich (und das im krassen Gegensatz zum originalen Naruto-Manga, in dem Naruto und Sakura, die bereits die Akademie-Prüfung abgeschlossen haben, sich beim Angriff der zwei Kiri-Chunin vor lauter Angst nicht bewegen können) plötzlich einfach losfighten, als hätten sie ihren Lebtag nichts anderes getan. Im originalen Manga wurde hier Sasuke als DER Genin dargestellt. Der krasse Gegensatz zu allem, was der Leser bis hier erwartet hatte und vor allem natürlich zu Naruto, der ja sogar Mizuki besiegt hatte. Indem Kishi sich hier nicht an seine Grenzen hält und sich darauf besinnt, dass ein Kampf gegen Shin, der mit Heute-Sasuke kämpfen kann, bedeutet, dass Sarada ein absolutes Ninja-MONSTER sein müsste (Chouchou genauso) bricht er seine Konsistenz und verleiht damit seiner Arbeit ein schlechtes Element.

Blablabla, ein so ein Ausrutscher – Wurst.
Das Problem ist, dass Kishi sich seit Jahren solche Dinge erlaubt und denkt, indem er jetzt seinen Hauptninja Sarada *diesen starken Ninja* bekämpfen lässt, zeigt er schnell, wie cool er ist und das alle Leser ihn schnell mögen und bewundern sollen.

Hä? mehrere Kapitel investieren, um das richtig auszufleischen?
Nein… Ich hab doch auch den Dummkopf Naruto einfach Kakuzu besiegen lassen.
Jemanden, der mit dem Shodai Hokage gekämpft hat.
Mit dem dümmsten Angriff der Welt.

Die beklagen sich schon nicht, die Leser…


Gibt es einen Titel/eine Figur/ein Universum/… von dem du „wirklich“ etwas gelernt hast?

Und: Denke dabei bitte nicht an etwas Plattes wie: „niemals aufzugeben“ durch „Naruto“ oder so, sondern an eine wirklich echte Sache, die du in dein Leben hast mitnehmen können/das eine bestehende Wunde oder ein offenes Problem hat heilen oder lindern können.

„Wirklich etwas gelernt“?

Nein.

Ich bezweifle nicht, dass das möglich ist, auch wenn die großen Serien der letzten Jahrzehnte allenfalls mit generischen, langweiligen Eigenschaften wie „Blabla-Freundschaft“, „Blabla-Liebe“, „Blabla-fest-an-etwas-Glauben“, etc. glänzen. Die Auswahl der Titel, die es im Ganzen gibt, sollte groß genug sein, dass sich jeder etwas davon heraussuchen kann, das ihm/ihr schmeckt, von dem sie/er etwas „lernen“ kann – wenn man denn auf diese Weise Titel erleben möchte.
Ich persönlich möchte das nicht – ich beziehe diese Abenteuer nicht auf mich oder mein Leben und habe daher nicht die Bindung zum Werk, dass ich sagen kann, dass ich da „für mich persönlich etwas von mitnehme“ oder überhaupt mitnehmen möchte. Ich habe aber verschiedene interessante Storyelemente präsentiert bekommen und eher „vom Autoren“ gelernt, wie Geschichten dargestellt werden können, aber IM Werk etwas gelernt… das wüsste ich jetzt nicht.

Halt irgendwie Trivia, nicht wahr? Die-und-die Orte gibt es in Japan, die ich nicht kannte… Ort „X“ hat so-und-so-viele Einwohner – wenn denn Titel sowas in ihre Infoboxen auf den Panels aufnehmen, aber das ist ja nicht, was diese Frage von mir wissen will…

Außer man zählt, dass ich gelernt habe, wie diese Werke Realität porträtieren (oder sogar wahrnehmen). Also – wenn ich davon ausginge, dass Autoren glauben, sie stellen mit ihren Real-Life-Werken „wirklich“ ein echtes Leben dar, dann halt das – aber das wäre dann auch schon wieder auf einer Meta-Ebene.


Welches ist der *beste* Plot-Twist, den du in einem Titel erlebt hast?.

Bitte beschreibe die Situation und vor allem – was *diesen* zum allerbesten Twist macht.

Ich glaube, bin kein Typ für Plot-Twists.
Ich bin kein Typ für: „Oooh, das ist der entscheidende Moment – HEFTIGES Kapitel, ich wusste es schon immer!“

Das ist etwas, das in meinen Augen eher kurzfristige Entwicklungen beschreibt – eine plötzliche Überraschung, der Auftritt einer neuen Person/Information auf der Bühne… Es gab sicher schon viele solcher Momente, die mir (mitunter auch sehr) gut gefallen haben, aber ich glaube nicht, dass ich *so* Titel erlebe. Jedenfalls nicht, wenn ich mir manchmal die Spoiler-Ecke angesehen habe und gelesen habe, wie man über Entwicklungen in einem Kapitel *abgehen* kann.

Ich glaube eher, dass ich mich mehr für länger angelegte Entwicklungen begeistern kann. Dinge, die über mehrere Kapitel entwickelt werden und so einen stärkeren Einfluss auf das Gesamtgeschehen eines Titels nehmen können – der entscheidende Moment passiert dann natürlich immer in einem Chapter (muss ja), aber er lässt sich oft in einen größeren Arc setzen, der das Geschehen schon länger in diese Richtung gesteuert hat.

Zwei Beispiele:

VORSICHT, TOKYO GHOUL-SPOILER!

VORSICHT, TOKYO GHOUL-SPOILER!

Dragon Ball
Dragon Ball 196 - 12

Dragon Ball 196 – 12

Mein erstes Beispiel ist aus Dragon Ball. Es ist die Entscheidung, aus Goku „endlich“ einen Außerirdischen zu machen. Dargestellt durch den Moment, in dem Gokus Bruder Radditz auf der Kame-Insel auftaucht und Gohan entführt. Diese „Entscheidung“ betrifft den gesamten Rest des Mangas und macht im Grunde genommen (wie wir es aus dem TV kennen), ein „Dragon Ball“ und ein „Dragon Ball Z“ aus dem Titel.
Dass es sich hierbei nicht um eine Momententscheidung handelt, ist meiner Meinung nach bereits dadurch gekennzeichnet, dass die Einführung der Saiyajin den gesamten restlichen Manga beherrscht. Aber auch dadurch, dass sie sich quasi angekündigt hat.

Klar – Von Radditz und dem Planeten Vegeta und der neuen außerirdischen Rasse hatte keiner eine Ahnung. Aber Gokus Merkwürdigkeit blieb doch immer einzigartig in diesem Manga. Der Wer-Affe, sein Schwanz, seine unmenschliche Stärke…

Dragon Ball 159 - 14

Dragon Ball 159 – 14

Es war irgendwie schon immer klar, dass er kein „Mensch“ ist – so auch dargestellt, in einer Unterhaltung mit Piccolo, 37 Chapter vorher. Aber eigentlich war es mit Einführung der Figur „Piccolo“ klar, dass Goku etwas ebenso Besonderes sein muss.

Der gesamte Piccolo-Arc ist nicht nur der letzte „irdische“ Teil der Serie, es ist meiner Meinung nach auch mit dem Moment der Ermordung Kuirins in Chapter 134/5 auch der Beginn der zweiten Hälfte des Mangas, der dann irgendwann zu Dragon Ball geführt hat.

Tokyo Ghoul
white-haired Kaneki by gameriuxlt (für Original klicken)

white-haired Kaneki by gameriuxlt (für Original klicken)

Mein zweites Beispiel ist ein „Twist“, der im Manga Tokyo Ghoul vorgekommen ist und den gesamten Manga verändert hat. Durch diese Entwicklung gibt es m.E. „zwei“ Mangahälften – eine schwarze und eine weiße, symbolisiert durch das nun weiße Haar des Protagonisten Kaneki.
Es ist der Moment, in dem der bisher „gute“, scheue und zurückhaltende, ehrfürchtige und ängstliche Kankei, der in besonderen Momenten (ganz wie der typische Manga-Held) nun durch die Folter des Yamori zum eiskalten und ständigen Ghoul-MONSTAR wird.

Ein absoluter Game-Changer und mit meine Lieblingsentwicklung in einem Manga der letzten Jahre.

Der Knackpunkt lässt sich auf ein Chapter fokussieren – ja. Aber die Geschichte ist im gesamten Aogiri-Arc darauf ausgelegt, dass das passiert und es hat Einfluss auf sämtliche spätere Entwicklungen und ist meines Erachten nicht nur ein kleiner Plot-Twist, sondern eben die gesamte zweite Häfte des Mangas.

Beide Beispiele sind sich sehr ähnlich – es sind beides Momente in einer langen und entscheidenden Entwicklung der Storyline. Ob es jetzt *genau diese beiden* Momente sind, die ich am allerallerbesten finde, kann ich nicht sagen – vielleicht ändert sich das auch mal, aber ich denke, ich habe gut begründet, welche Elemente an einer Story mich generell reizen und warum.

Halt… keine Plot-*Twists*


Das soll es mal wieder gewesen sein, ich würde die Fragen auch wieder an euch geben wollen – ihr seid natürlich wieder herzlich eingeladen, die Fragen, die euch davon ansprechen, auch zu beantworten und könnt dabei natürlich Anime, Manga, Anime-Movies, OVAs und dergleichen alles berücksichtigen.

Wer gerne selbst eine (oder mehr) Fragen in die Diskussionsrunde werfen möchte, kann das natürlich auch jederzeit tun, wir sind gespannt.

Bis zum nächsten (großen) Artikel:

Ninjason