Review: Giovanni no Shima

Ja, der Film ist ab 6, kleiner hat es nicht auf das Cover gepasst

Ja, der Film ist ab 6, kleiner hat es nicht auf das Cover gepasst

Genre: Home sweet home, Familie, historisch

Smileys: 😀 😀 😀 😀 _

Es ist mal wieder Review-Zeit! Beziehungsweise läute ich sie hiermit ein… Ich wollte sowieso mal in nächster Zeit ein paar Reviews von Anime-Filmen nachholen, da ich mir davon so einige kaufe. Und dies hier soll der erste ausführlich bewertete sein, da ich mir „Giovanni no Shima“ oder auf deutsch „Giovannis Insel“ (nur das klingt so uncool, und auch überhaupt nicht anime-mäßig finde ich, weswegen ich mal eben den japanischen Namen in den Blogartikel reingemogelt habe) erst letzte Woche gekauft habe!

Der erste Teil des Reviews ist Spoiler-frei und soll als Klappentext fungieren! Wer den Film schon gesehen hat, nichts gegen Spoiler hat oder nach dem Gucken hierher zurückkehren möchte, der liest auch nach der deutlichen Spoilerwarnung weiter. Kommentare mit Spoilern sind als solche zu kennzeichnen, in dem man groß „SPOILER“ am Anfang schreibt und dann 3-4x Enter betätigt.

Klappentext

Junpei und Kanta

Junpei und Kanta

In Giovanni no Shima geht es um das Geschwisterpaar Junpei (älterer Bruder) und Kanta (jüngerer Bruder), die um 1945 auf der kleinen Insel Shikotan leben, die im Nordosten Japans liegt. Der Film spielt also in der Nachkriegszeit. Sie leben mit ihrem Vater und Großvater zusammen, und auch ihr Onkel Hideo guckt häufiger mal vorbei, ihre Mutter ist leider schon verstorben.

Es geht Junpei und Kanta ganz gut – sie leben zwar nicht im Überfluss von Essen oder Spielzeug, aber sie werden satt und erfreuen sich am Leben, miteinander und mit der Familie. Die beiden haben einen besonderen Narren an dem Buch „Die Nacht auf der transgalaktischen Eisenbahn“ gefressen, ein echter Roman von Miyazawa Kenji, der die Fantasie der beiden Jungs beflügelt. Geschenkte Eisenbahn-Teile von Onkel Hideo erfreuen sie über alle Maßen.

Giovannis transgalaktische Eisenbahn

Giovannis transgalaktische Eisenbahn

Bis eines Tages urplötzlich Kriegschiffe am Horizont auftauchen, die sowjetische Flaggen tragen und kurz drauf mit Soldaten an Land strömen, um die Insel zu besetzen.

Kleine Geschichts- und Geografie-Stunde: Shikotan, sowie fast alle dieser kleinen Inseln des sogenannten „Kurilen-Archipels“, die einen Bogen zwischen Nordjapan und dieser flossenförmigen Halbinsel Kamtschatka von Ostrussland bilden, gehörten zuerst zu Japan und aktuell zu Russland. Um sie wurde sich viel gestritten beziehungsweise gekämpft.

Junpei, Kanta und die anderen Inselbewohner können nichts gegen die sowjetischen Besatzer machen. Sie müssen Klassenzimmer räumen, gehorchen, und Junpeis Familie muss in den benachbarten Stall ziehen, da eine 3-köpfige sowjetische Familie in ihr Haupthaus einzieht. Es scheint, noch ein paar übrig gebliebene Rebellen (namens Akatsuki übrigens! 😉 ) zu geben, die Junpeis Vater einst angeführt hat, doch an eine Rebellion gegen die Sowjets ist nicht zu denken.

Die Wohnsitutation lockert sich, als sie mit dem Nachbarsmädchen Tanya Bekanntschaft machen, mit ihr Eisenbahn spielen und von ihren Eltern zum Essen eingeladen werden. Verständigungsschwierigkeiten werden schnell überwunden und die ersten japanischen/russischen Vokabeln gelernt.

"Ich heiße Giovanni!" -"Und ich Campanella!" ("Unsere japanischen Namen würde sie eh nicht verstehen!")

„Ich heiße Giovanni!“ -„Und ich Campanella!“ („Unsere japanischen Namen würde sie eh nicht verstehen!“), flüstert Junpei seinem kleinen Bruder zu.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, als Junpeis Vater von den Sowjets gefangen genommen wird, da er am ehemaligen Rebellenstützpunkt gefangen genommen wird, da er heimlich Essen an die Bevölkerung verteilt. Wo bringen sie ihn hin? Werden Junpei und Kanta ihn je wiedersehen? Hat Tanya ihn an ihren eigenen Vater verraten, als sie ihn zusammen mit Junpei an dem Stützpunkt gesehen hat?

 

Spoiler-Diskussion

So, aber hier gehen nun die Spoiler los, Achtung Achtung! Auch Spoiler-Bilder folgen, also lieber gar nicht weiterscrollen.

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Nachdem Junpeis Vater gefangen genommen wurde, dürfen auch er und sein Bruder nicht mehr lange auf ihrer Heimatinsel bleiben. Sie werden von den Sowjets auf ein Schiff gebracht, das sie wegbringt. Wohin sagt man ihnen nicht. Auch von Tanya muss, zumindest Junpei, sich schmerzlich verabschieden, da er sie in der Zwischenzeit lieb gewonnen hat.

Die beiden landen, zusammen mit Onkel Hideo und ihrer Lehrerin, auf russischem Festland. Als Gefangene, Flüchtlinge oder beides lernen sie zudem die kalten russischen Herbst- und Wintertage kennen. Gerade Kanta friert ständig und fängt an zu husten. Heimatlos und hilflos versuchen die beiden, sich an das neue Leben in Russland zu gewöhnen. Doch die Sehnsucht nach ihrem Papa lässt sie nicht ruhen.

Sie erfahren von ihrem Onkel, wo ihr Vater festgehalten und zur Arbeit gezwungen wird. In einer Nacht türmen sie und schleichen sich als blinde Passagiere an Bord eines Zuges, mit dem sie zu ihrem Vater zu kommen glauben. Kantas Husten wird aber nicht besser. Auf der letzten Strecke zu Fuß werden sie von ihrem Onkel und der Lehrerin eingeholt, die sie aufhalten und wieder mit zurück nehmen wollen, da herumstreifende japanische Kinder, in der Nähe von Sperrgebiet, leicht getötet werden können.

Die Kinder zetern und betteln und kämpfen so hart dafür, doch ihren Vater nur einmal kurz sehen zu können, sodass ihr Onkel nachgibt und sie alle zusammen zu dem Gefangenenlager gehen. Dort angekommen finden sie ihren Vater sogar, und sind sich so nah und doch so fern.

Die Grenze

Die Grenze

Zwischen den 2 Stacheldrahtzäunen ist ein Gang, der die Drei recht effektiv voneinander trennt. Und als der Vater seine Hand nach seinen beiden Söhnen ausgestreckt hat, kamen mir die Tränchen 😦 . Da die Jungs nur so kurze Arme haben, kamen sie am Anfang gar nicht aneinander ran, und der Vater musste sich immer weiter in den Stacheldraht lehnen, um die Finger seiner Jungs zu berühren. Bei dem kleinen Bruder, Kanta, sah es zuerst so aus, als ob er gar nicht rankommt, doch nach mehrfachem Strecken ging es und alle konnten für einen kurzen Augenblick ihre Hände halten. Das war sooo süß und traurig und herzzerreißend, echt! 😦 Die Kleinen haben mir so leid getan…

Danach ging der Suchscheinwerfer von den Sowjets wieder los, und der Vater musste weg. Und Kanta hustete Blut. Und dann passierte, was ich doch echt nicht gedacht hätte: Der Film zieht einem a la „Die letzten Glühwürmchen“ die Schuhe aus und der kleine Kanta stirbt, in einem Laster auf dem Weg zum Hafen, um zurück nach Japan zu fahren, in den Armen seines großen Bruders, der noch versucht, ihn mit der transgalaktischen Eisenbahn zum Durchhalten zu bringen. Er hatte zuvor von einer besonderen Fahrkarte geträumt glaube ich, die dem Besitzer jegliche Fahrt erlaubt, überall hin. Mit dieser Fahrkarte will Junpei nun also Kanta zum am Leben Bleiben anfeuern, damit er doch in alle erdenkbaren Galaxien mit dieser besonderen Fahrkarte fahren kann.

Doch ohne Erfolg.

Junpei will seinen Bruder trotzdem mit nach Japan nehmen, um ihn dort begraben zu können. Doch in der Schlange des Schiffs bemerken sie, dass sie nicht die einzigen sind, und dass Soldaten transportierte Leichen aus der Reihe ziehen und nicht auf dem Schiff zulassen. Die Lehrerin treibt Junpei dazu an, mit Kanta zu reden, als ob er noch leben würde, was auch wieder in herzerwärmenden Metaphern über die transgalaktische Eisenbahn mündet.

*schnüff* Echt traurig… Es war nicht so mega-herzzerreißend-tiefesDramaLoch wie bei den letzten Glühwürmchen, aber es kam schon nah ran. Ein echt echt richtig guter Film! Und auch die Grafik war wunderbar…

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Spoiler Ende

Grafik & Sound

Super Wolken! ^^

Super Wolken! ^^

Nach den vielen Ghibli-Filmen, mit denen man überhäuft wird/sich überhäufen lässt, war es doch echt angenehm, mal andere Landschaften zu sehen als die im Ghibli-Stil. Andere Wolken, anderes Wasser, andere Häuser und Gebirge. Dasselbe trifft auf die Charaktere zu.

Mal ein ganz anderer Character-Stil

Mal ein ganz anderer Character-Stil

Die Animation war ebenfalls von sehr guter Qualität, da kann man wahrhaftig nicht meckern. Ebenso die Musik. Mir ist zwar nichts Herausragendes im Ohr geblieben, aber sie war durchweg gut.

Fazit

Kaufen! Angucken! Teilen!

Echt ein sehr sehr guter Film…! Und nun interessieren mich eure Meinungen natürlich! Schreibts mir in die Kommentare, was ihr von dem Klappentext oder dem ganzen Film haltet 🙂 !

Aeris

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Über Aeris

Ich bin die Aeris, Autorin von Ramen-chan, und begeisterter Naruto-Fan! :)

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