Was ist unser Problem mit Fanservice?

ACHTUNG!

Das hier ist ein Post über ein sensibles Thema.
Fanservice ist mit einer Menge Vorurteil behaftet, was persönlichen Geschmack angeht, daher möchte ich euch an dieser Stelle zum einen vorwarnen, dass ihr hier meine typische ehrliche Meinung serviert bekommt, aber dass es dabei sein kann, dass ich etwas thematisiere, dass euch am Herzen liegt, aber hier nicht gut wegkommt.
Zudem setze ich mich in diesem Post mit dem Thema der fortschreitenden Sexualisierung von Anime und Manga durch den Einsatz von erotischem Fanservice (Ecchi) auseinander – einem Punkt, der in einem starken Kontext der Darstellungen von weiblichen Charakteren allgemein steht.

An dieser Stelle werde ich aber nicht über das Thema „Frauen im Medium“ sprechen – hierfür habe ich einen Extraartikel geschrieben: „Female Heroes„.

Dieser Artikel wird sich zudem hauptsächlich damit beschäftigen, das gängige Missverständnis aus dem Weg zu räumen, dass das Wort „Fanservice“ automatisch mit der sexualisierten Darstellung weiblicher Charaktere in Bezug stehe oder auch „bloß umgangssprachlich so bezeichnet werden könne, weil das *meistens* so sei“ oder sowas in der Art.
Das ist ein absoluter Irrtum. Sexuelle Darstellung ist eine Art von Fanservice, aber Fanservice an sich kann zahllose Formen annehmen.

Ich bin mir sicher, dass ich heute einigen Lesern auf die Füße treten werde. Um ehrlich zu sein, habe ich diesen Artikel mit dem klaren Ziel geschrieben, das zu tun, da ich es als ein notwendiges Übel empfinde, um starre Meinungen aufzulockern.

Ich hoffe hieraus ergeben sich interessante – Diskussionen in den Kommentaren, ihr könnt mich (wie immer) auf alles ansprechen, aber *bitte* lest den Artikel mit einer offenen Einstellung und lasst meine Argumente an euch heran.

Ninjason


Hallo liebe Leser von Naruto SenninMoodo und Ramen-chan!

Wer mich nicht kennt (das hier ist ein Doppelpost bei Ramen-chan und auf dem Blog von unserem Partner NSM), ich bin Ninjason, ein Blogger zu Themen im Bereich von Manga- und Anime und vielem drumherum.

Diesen Post schreibe ich als Antwort-Beitrag zum Artikel Fanservice – Das Schaf im Wolfspelz, der auf NSMs Blog veröffentlicht worden ist und dieser Artikel wird einen sehr starken Bezug auf Aussagen aus diesem Artikel haben, daher empfehle ich euch allen, ihn vorher zu lesen, damit ihr eventuelle Kreuzverweise verstehen könnt.
Mein Artikel ist aber generell verständlich, auch ohne Vorwissen.

NSM-Banner

nsenninmoodo.wordpress.com (Bild klicken, um zum Blog zu kommen)

Oder ihr könnt euch den Artikel über seinen YouTube-Post anhören, auf dem er ihn vorliest:


Was will ich also mit diesem Artikel, wenn NSM ihn doch schon geschrieben hat?

  • Ich möchte die ewige Ecchi-gleich-Fanservice-Diskussion etwas spezifizieren und Missverständnisse klären, indem ich guten und schlechten Fanservice näher beleuchte.
  • Ich möchte mich etwas näher mit der Problematik beschäftigen, die die zeitgenössische Invasion von schlechtem Fanservice meiner Meinung nach für die Anime-/Manga-Community bedeutet.
  • Ich möchte ein paar Anstöße geben, wie wir als Community uns in Bezug auf Fanservice verhalten sollten, um ein angenehmeres Klima zu schaffen und ein paar Beispiele diskutieren, wie wir gegen eindeutig *schlechten* Fanservice vorgehen können.

Der Artikel wird sehr lang, daher schreibe ich hier eine kurze Inhaltsliste zur Orientierung:

Fanservice - Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Fanservice?

Diese Frage wurde in NSMs Artikel schon geklärt: Ganz klar, es ist eine „Extra“leistung, die das Material (in diesem Fall Anime/Manga) für den Rezipienten bereitstellt.
„Extra“ heißt in diesem Sinne, dass es nicht notwendig ist, dass diese Leistung vorhanden ist, um die Handlung zu entwickeln.

Fanservice, das kann im Grunde genommen alles sein – vom Crossover-Auftritt eines Charakters bis zur Verwendung eines speziellen Angriffes oder dem ständigen Wiederkehren bekannter und beliebter Elemente (von z.B. Sätzen, über Figuren, bis zu Orten und so weiter) einfach weil die Fans es mögen.

Ein Beispiel: Narutos erster (Tajuu-)Kage Bunshin-Auftritt gegen Mizuki war mit Sicherheit kein Fanservice, weil man diese Kunst noch nicht ausgetestet hatte.
Es war einfach nur eine besonders gelungene Art, diese neue Sache namens „Jutsu“ vorzustellen und dem Leser schmackhaft zu machen – zu schauen, ob ihm das gefällt.
Mit jeder erneuten Nutzung der Kunst wurde dann aber im Manga mehr und mehr formuliert, dass es *doch* keine so gehobene, effektive, starke Kunst ist. Dadurch hat sie ihren Storywert eingebüßt, denn sie wurde weniger und weniger ein *echter* Problemlöser – oft wurde genau das sogar von den Charakteren „in“ der Geschichte kommentiert: „Was willst du noch mit dem läppischen Jutsu?“
Da jedoch dieses Jutsu einer der Basis-Bezüge für Fans zu Jutsus und zu Naruto als Shinobi darstellt, ist es gerne trotzdem eingesetzt worden, um knifflige Situationen zu lösen – man könnte auch ein anderes, passenderes Jutsu einsetzen, aber die Tatsache, dass es viele Fans gibt, die „es mit dem Kage Bunshin gelöst haben wollten“ – weil DAS Naruto repräsentiert und die darauffolgende Reaktion des Zeichners, dies geschehen zu lassen, ist also schon „Service für den Fan“.

Fanservice an sich ist weder gut noch schlecht.
Er ist einfach nur „da“. Wie man ihn aufnimmt liegt dann daran, mit welchen Elementen er vermittelt wird und wie der Rezipient das findet – ob es ihn anspricht, oder ob es etwas ist, das er nicht mag.

2. Was ist „mein“ Problem mit Fanservice?

Fanservice als Konzept finde ich toll.
Er ist eine Idee, eine Geschichte um eine Sache zu erweitern, die vom Rezipienten gewünscht wird. In der Theorie kann daraus sehr viel Gutes erwachsen.

Ein Beispiel:
Nur dank Fanservice haben wir bei Dragon Ball Z in der Buu-Saga den Kampf „Son Goku vs. Majin Vegeta“ bekommen.
(Der Autor wollte eigentlich einen Kampf Son Goku vs. Piccolo machen).

Ein weiteres Beispiel:
seven swordsmen
Dass die sieben Schwertninja im Krieg aufgetaucht sind, war super. Wir kannten sie nicht, jeder wollte sie sehen und dass sie im Manga quasi sofort wieder offscreen waren, war zwar quark, aber sie sollten ja auch nur kurz nochmal vorgeführt werden, bevor der Manga zuende ist.
Wie das dann in der Story weiterging war halt doof, aber nichtsdestotrotz ist das Fanservice-Element „gebt den Lesern ihre Schwertninja“ etwas Gutes für den Manga gewesen, das wir uns niemals heätten herleiten können. Sie wären einefach unbekannt geblieben.

Nun, das waren zwei (aus meiner Sicht) sehr positive Beispiele für Fanservice. Da Fanservice aber sehr subjektiv bewertet wird (macht ja Sinn, es zielt ja darauf ab, jemandem zu gefallen), muss nicht jeder diese beiden Beispiele positiv bewerten. Sie sind jedoch beides Beispiele für eine Entwicklung im Manga, die vorher nicht geplant war. Bei DBZ spürt man das kaum, weil der Autor bereits mit Beginn der entsprechenden Saga (Buch 36) alles für den Kampf (Buch 38) vorbereitet. Und zwischen Buch 35 und 36 ist ein 7-Jahre-Timeskip. Die gesamte Entwicklung fühlt sich „natürlich“ an.
Beim Schwertninja-Beispiel hingegen fühlt sich die Entwicklung im Manga etwas überhastet an. Der Anime gibt hier jedem der 7 Shinobi seine Momente, aber das ist Filler. Und hier genau liegt mein Problem mit Fanservice – es geht um das Einfügen von Elementen, die eigentlich nicht beabsichtigt waren, nicht weil der Autor es für seine Entwicklung möchte, sondern weil er weiß, dass die Fans es für SEINE Entwicklung möchten.

Mein „Problem“ mit Fanservice ist also, dass diese Diskrepanz oft wirkt, als habe sich ein „Marketing“-Department oder so mit den Planungen der Autoren auseinandergesetzt und sie mit dem Kommentar „zu wenig Produktplatzierung“ abgelehnt.
Eine merkwürdige Analogie, ich weiß, aber sehr oft fühlen sich Entwicklungen im Manga halt merkwürdig an. Ich kann es nicht besser beschreiben als mit den Schwertninja – super, dass sie da waren, aber daran, dass kaum etwas mit ihnen geschehen ist, spürt man irgendwie, dass das nicht in einem natürlichen Entwicklungsprozess erarbeitet, sondern nachträglich eingefügt wurde.
Aber ich will da jetzt nicht zu tief hinein philosophieren und möchte an dieser Stelle nur festhalten, dass Fanservice oft dadurch auf sich aufmerksam macht, dass er nicht in den Flow der Geschichte passt.
So können selbst die besten Ideen zu „schlechtem“ Fanservice werden, einfach weil sie nicht genügend ausgereift und ausgearbeitet worden sind.

Die Crux scheint also zu sein (ich verstehe NSMs Artikel so, dass er mit diesem Punkt übereinstimmt), dass „guter“ Fanservice nur dann gut ist, wenn er unterschwellig bleibt.
Er ist gut, wenn er gar nicht erst auffällt, weil er sich so natürlich anfühlt, dass man ihn nicht als „Extra“leistung wahrnimmt.

fanservice

Das erste Ergebnis einer Google-Bilder-Suche nach „Sasuke Fanservice“

Schlechter Fanservice hingegen fällt sofort auf, weil er sich im Verständnis des Lesers, der ihn schlecht findet, billiger Methoden, voraussehbarer oder anspruchsloser oder halt schlichtweg unausgereifter Elemente bedient, um schnell und einfach einen Effekt zu erzielen und macht genau „dadurch“ auf sich aufmerksam.
Den schlechtesten Ruf als Fanservice-Element scheint „Ecchi“ momentan zu haben.
Dieses Element lässt sich sehr leicht in beinahe jede Szene einfügen, was in vielen Serien bereits Anwendung findet. So sehr sogar, dass viele den Begriff „Fanservice“ bereits mit „Ecchi“ gleichsetzen.

Das ist natürlich nicht gerechtfertigt, denn es sind einfach nicht dieselben Sachen, aber sexueller Zusatzinhalt wird (meiner Meinung nach) gefühlt „so“ oft eingesetzt und das auch noch meist „so“ schlecht (weil einfach unpassend), dass ich mich über den schlechten Ruf nicht wundere.
Und da schlecht eingesetzter/unausgereifter Fanservice mehr Schaden anrichtet, mehr Ärger verursacht, mehr Leser abschreckt, als gut eingesetzter/ausgearbeiteter Fanservice „wiedergutmachen“ kann, ist Fanservice an sich einfach als ein sehr großes Risiko anzusehen.
Ein Risiko, das – wie ich finde – heutzutage so leicht eingegangen wird und das mit so dreister Rücksichtslosigkeit in Bezug darauf, dass es ein „Risiko“ ist, dass er schon fast instinktiv negativ bewertet wird.
Ich meine – ganz ehrlich, die Intensität, mit der wir heute in Titeln offensichtlich schlechten Fanservice ertragen müssen, lässt einen einfach annehmen, dass es den Machern schlichtweg egal ist, dass sie damit gute Werke in den Dreck ziehen, nur um ein paar billige Münzen zu machen.

Die „Ecchi“-Diskussion
Also gut, sprechen wir über Ecchi…

Ecchi“ auf Wikipedia

Ich möchte dir, liebem Leser/lieber Leserin, eine ernstgemeinte Frage stellen: hast du schon mal eine echte Ecchi-Serie gesehen/gelesen?
Die meisten, mit denen ich mich bisher über das Thema Fanservice habe unterhalten wollen, nämlich nicht – trotzdem haben sie das Ecchi-Gewehr sofort im Anschlag gehabt:

„Fanservice, das ist dieses Ecchi-Zeugs. Da werden Frauen als Objekte dargestellt, mit großen Brüsten und knappen Outfits. Alles unrealistisch, alles sexistisch und pervers. Alles scheiße. Serien, die darauf setzen, sind automatisch billig.

Sie haben sich einfach nur auf die Darstellung von Ecchi-Elementen eingefahren und kommen gar nicht richtig im Gespräch an, weil sie sich bereits selbst eine Meinung geschaffen haben, die nicht zulässt, dass man ihre Sicht in irgendeiner Weise verändert. Wenn man dagegen angehen will und diesen starren Blick aufklären möchte, wird man schnell mit gerümpfter Nase angeschaut. Ecchi ist *derart* verpönt, dass man sich quasi selbst die Kugel gibt, wenn man nur versucht, hier ein Gespräch zu beginnen.

Dabei ist dieses Gespräch *so* unglaublich wichtig, denn nicht jeder Titel, der Brüste zeigt, ist ein Ecchi-Titel. Und natürlich verdient er es nicht, „nur“ deswegen mit bösem Blick angeschaut zu werden und hier ist ein sehr gutes Beispiel dafür:

RomanticAfternoon

Akane und Ranma

Einer meiner Lieblingsmanga, Ranma 1/2, wurde in den frühen 2000ern auf RTL II als Anime gezeigt.
Damals haben sich gerade die Eltern gegen alles Mögliche im Fernsehen aufgelehnt, Dragon Ball Z wurde nur noch geschnitten im Fernsehen gezeigt und Ranma wurde schnell als „Tittenserie“ abgestempelt.
Hier mal der Trailer von damals:

Natürlich ist Ranma 1/2 kein Ecchi-Titel, auch wenn er wirklich oft nackte Brüste und nackte Männer/Frauen zeigt. Ich finde, es ist nicht mal ein Titel, dem ich vorwerfen würde, dass er seine Nacktheit als „Ecchi“ verpackt. Aber mir scheint, dass Ecchi-Hater (ich nenne das jetzt mal so) hier keinen Unterschied machen (wollen?).
Um hier Kontrast zu geben, stelle ich mal einen kurzen Vergleich zu einer *echten* Ecchi-Serie ein.

  • To love Ru: Ein echter Service-Titel. Der Manga/Anime ist ein perfektes Beispiel für Ecchi-/Harem-Elemente, die einfach nur existieren, um zu existieren. Es ist eine liebevoll gemachte und humorvolle Serie – klar, mit vielen interessanten Ideen, aber ich würde diese Serie nicht einen Moment gegen die Anklage „alles voller Fanservice!“ verteidigen, denn es stimmt. Es *ist* ein Fanservice-Titel, aber das ist auch völlig offengelegt, schau es nicht, wenn es dir nicht gefällt.
  • Ranma 1/2: Eine wunderschöne Serie – eine der schönsten und besten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe, tolle Kampfszenen, tolle Charaktere, tolle Story und darin nackte Haut und zerrissene Kleidung – dennoch könnte niemand auf dieser Basis Ranma 1/2 angreifen. Der Titel webt seine Nacktheit komplett in Humor oder tatsächlich in die Story ein. Den Titel würde ich aufs Blut verteidigen. Wer diesen Titel „ecchi“ nennt, hat sich nicht genug mit dem Thema beschäftigt.

Worauf will ich hier hinaus?
Nicht jeder Blitzer (oder sonstiger generell als flach assoziierter Fanservice) ist fehl am Platz oder gleich eines Aufschreis nötig. Viele gehören einfach in bestimmte Genres oder tragen zur Komik bei. Oft kommt der Hate für Fanservice einfach nur aus Reflex:

„Da, ein Busenblitzer! Ohmeingott,wasfüreinschlechterTitel!“

Und das kann einfach nicht sein, denn es schwächt den Kampf gegen das eigentliche Problem – und das ist nicht der Busenblitzer an sich, sondern der Idiot, der einen “schlechten, unpassenden, unnötigen” Busenblitzer in eine Serie gesteckt hat, in die er nicht reingehört, weil er denkt, dass wir „so“ flach sind, dass wir nicht erkennen, dass es unpassend war.

Bitte versucht, die Diskussion von dem Standpunkt zu starten, dass Fanservice das „neutrale“ Wort ist, das über „gutem Fanservice“ und „schlechtem“ Fanservice steht. Dass es nicht die Höschen-Blitzer oder Busen-Szenen an sich sind, die Fanservice als gut oder schlecht definieren, sondern die Art, wie sie implementiert werden.

Bei einigen Serien geht es aber auch einfach genau darum, dass es „ecchi“ (als Adjektiv) ist. Es „geht“ darum, dass jemand nackt ist, dass viele Partner vorgeführt werden, etc… hier muss ein anderer Standard zur Bewertung angelegt werden. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, einen Horror-Titel zu kritisieren, weil Blut darin ist, oder?
Solange der Fokus der Serie also deutlich erkennbar ist, kann jeder für sich entscheiden, ob das vielleicht kein Titel ist, der zum eigenen Geschmack passt.

Natürlich gibt es auch in Ecchi-Titeln guten und schlechten Fanservice, aber – wie gesagt – das wird dadurch definiert, WIE er eingebaut wird.

schlechter Fanservice

Kapitel 002, Seiten 18-19

Kapitel 002, Seiten 18-19

Kommen wir zu meinem Hauptproblem: schlechtem Fanservice.
Wie oben geschrieben, ist das sehr, sehr oft einfach „Ecchi“-Fanservice, weil der oft als billiger Zusatz verwendet wird.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass man sich über *Ecchi an sich* aufregt, denn wie am Ranma-Beispiel gezeigt, kann er auch verdammt lustig oder sogar passend und auch ansehnlich sein, aber der überwältigende Hauptteil ist einfach echt zum Fremdschämen und das natürlich vor allem: in Titeln, in denen er nichts zu suchen hat!

Ich persönlich finde, dass wir als (Gesamt-)Manga-/Anime-Community hier aber auch versagen, weil wir Titel, die schlechten Fanservice verwenden, nicht sofort darauf festnageln. Es geht ja nicht darum, den Titel an sich gleich in den Boden zu stampfen, aber wer ein offensichtlich „schlecht“ ausgearbeitetes Element darstellt, sollte dafür auch die adäquate Rückmeldung bekommen.
Erinnert ihr euch an die ersten Naruto-Kapitel/-Folgen? Da wurde das Ecchi-Element echt extrem ausgespielt, aber aufgeregt hat sich niemand darüber. Und dann kam irgendwann so etwas:

Konohamaru trifft Tsunade im Anime

Ich gebe zu, dass ich das lustig fand, aber ich finde, dass das eigentlich nichts in der Serie zu suchen hatte
(Das ist übrigens nur im Anime-Filler gewesen!).

Ich würde diese Szene nicht vermissen, wenn sie weg wäre und es würde die generelle Qualität der Serie heben. Aber der Erfolg des Ecchi-Elements in Naruto ist ja schon felsenfest zementiert. Allein daran, dass jemand im Internet diese GIF zusammengestellt hat, kann der Animemacher erkennen, dass diese Szene beim Zuschauer „gut angekommen“ ist – zumindest bei denen, die ihre Meinung dazu kundtun. Denn durch das Kundtun ist diese GIF-Datei ja entstanden. Wer dieses Element nicht leiden kann, hätte hier sofort gegen angehen müssen und da haben wir einfach versagt.

„Aber Ninjason, übertreib doch nicht, das war doch nicht so schlimm…“

Mögt ihr vielleicht, sagen, aber ihr irrt euch.
Hier hat der Anime einen Fuß in’s kalte Wasser gehalten und alles was zurückkam, war: „Oh, wie lustig!“. Und jetzt gibt es solche Szenen:

Und einen Sasuke, der solch ein Video ermöglicht:

Jetzt ist der Aufschrei plötzlich groß, jetzt erkennt es jeder, wie albern und unnötig diese Szenen sind, aber es ist zu spät – Späße über Tsunades, Hinatas, Sakuras Brüste und Sasukes nackten Körper gehören jetzt zu Naruto dazu und das nur, weil wir uns am Anfang nicht dagegen gewehrt haben.

Aber – hey – ich will niemanden anprangern.
Es ist nicht mein Geschmack, aber wenn es jemand toll findet, Animesequenzen über Hinatas Brüste zu sehen -> viel Spaß dabei. Ernsthaft.
Genauso will ich niemanden dumm anmachen, der gerne Sasukes Oberkörper anstarrt.

Aber wenn es schlecht, minderwertig und einfach ohne Arbeit am Element eingebracht wird, quasi: „So und jetzt ein Schwenker auf Hinata, die sich beschwert, dass ihre Brüste nicht unter Wasser zu bekommen sind.“, dann ist das einfach nur: „Hey, schaut mal, wie groß die Brüste von Hinata sind!“
Und das ist einfach schlechte Arbeit.
Und das gefällt mir nicht, da dadurch die Qualität der Serie leidet.
Es passt nicht zur generellen Serie, es *war nicht* im Manga (die Folge war eh ein Teaser für den Kinofilm „Road to Ninja“), es hat in der Form nichts in der Serie zu suchen.

Ich lese sehr gerne Manga und schaue sehr gerne Anime – viele Serien liegen mir sehr am Herzen und es ärgert mich, wenn ihre Qualität durch kurzsichtige oder schlichtweg faule Aktionen leiden muss.

3. Was ist „unser“ Problem mit Fanservice?

Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt.
WIR als Community haben Probleme mit Fanservice – mit schlechtem natürlich, weil von irgendeiner Perspektive auch der beste Fanservice für einen selbst schlecht für jemand anderen ist.

Fanservice und Geschmack

are you not entertained 01Ja, jeder hat seinen eigenen Geschmack.
Mit Sicherheit findet jemand all die Momente, die ich persönlich total feiere, (Itachi-Boss-Momente), total überzogen und billiges Pushing eines Nebencharakters der Serie. Auf dieser Ebene bin ich einfach leicht zu „bedienen“, das ist halt mein Geschmack. Ich finde es gut, wenn er auftaucht und da er konsistent als Überninja präsentiert wurde, finde ich es passend, wenn man das auch im weiteren Verlauf der Serie immer so präsentiert bekommt.

are you not entertained 02Das macht mich aber auch zu einem Fanboy.
Ich bin nicht so leicht wie jemand, der Itachi neutral oder negativ gegenübersteht, in der Lage, zu sehen, wann es einfach nur billiger Fanservice ist, dass „Itachi nochmal von den Toten aufersteht und alles ruled“. Wann es einfach schlecht eingeführt ist undsoweiter.

are you not entertained 03Als Fan muss man mich hier also kritisieren, wenn ich nicht sensibel genug bin, schlechten Fanservice, der „mich“ anspricht zu erkennen oder zuzugeben, weil ich gerade feiere.

 


Dieses Verständnis, dass jeder irgendwas mag und nicht gerne damit konfrontiert wird, dass das im Verständnis eines anderen „billiger Fanservice“ ist, ist sehr wichtig, wenn wir darüber reden, dass man schlechten Fanservice thematisieren und diskutieren sollte.
Man tritt in dieser Unterhaltung nämlich unweigerlich anderen auf die Füße und sollte vorsichtig sein, damit derjenige auch bereit ist, sich offen darüber zu unterhalten.
Unser Problem mit Fanservice ist, dass Hater zu oft einfach blind umherhassen, wenn sie mit einer Szene in Kontakt kommen, die ihren Ansprüchen nicht gerecht ist.
Egal wie gerechtfertigt das ist oder wie ungerechtfertigt – NIEMAND ist bereit eine Unterhaltung mit jemandem einzugehen, der im Hate-Moodo ist.

Ja, Geschmack ist subjektiv, aber es gibt dann doch einen Unterschied zwischen Geschmack und Qualität. Wenn man mich als Itachi-Fan sachlich damit konfrontiert, dass es eine unausgereifte Storyentwicklung ist, Itachi von den Toten auferstehen zu lassen, „nur“ um alles zu rulen, dann sehe ich ein, dass persönlicher Geschmack in bestimmten Situationen im Weg stehen *kann*, einen konstanten Level an Qualität zu erreichen – egal ob mir das jetzt gefällt oder nicht (hat es übrigens nicht – ich fand diese Szenen scheiße).

Damit will ich nicht sagen, dass Fanservice und Qualität sich ausschließen – das tun sie natürlich nicht – aber „schlechter“ Fanservice und Qualität tun das sehr wohl.
Geschmack ist etwas, das darauf aus ist, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen – mich und Mitglieder meiner Geschmacksgruppe.
Als Beispiel: Ecchi-Fanservice ist (meist) darauf aus, Männer anzusprechen – alle außerhalb der Zielgruppe haben davon nichts, schlimmer sogar, sie werden von den Machern ignoriert, ausgeklammert, als unwichtig empfunden. NOCH schlimmer sogar, sie leiden vielleicht sogar darunter, weil es den Titel für sie ungenießbar macht.
Qualität hingegen, ist etwas, von dem alle Konsumenten etwas haben. Es ist meiner Meinung nach das höherwertige Ziel, das wir erreichen sollten.
Wo die Trennlinie zwischen „das ist mein Geschmack“ und „das ist Qualität“ ist, ist (natürlich – wie sollte es anders sein) leider nicht trennscharf, sonst gäbe es das Problem nicht. Aber hier sehe ich uns als Community ganz klar in der Verantwortung, uns in einer Gesprächsrunde (auf Blogs, in Foren, etc) zu treffen und Szene für Szene, Beispiel für Beispiel herauszuarbeiten, wo wir diese Linie jeweils setzen wollen.

Fanservice spaltet die Community

Chi is not amused by alucardserasfangirl (für Originalbild klicken)

Chi is not amused by alucardserasfangirl (für Originalbild klicken)

Was mich an schlechtem Fanservice am meisten aufregt, ist dass er die Community in verschiedene Lager spaltet.
Lager, die aus persönlicher Abneigung gegen „Element A“ dieses überall identifizieren, sogar manchmal konstruieren und sofort verurteilen, aber ihre eigenen Fanservice-Elemente stets stur verteidigen und sich nicht der Gegenseite öffnen wollen.

Ob das jetzt ein Fame-Fokus auf einen anderen Charakter (z.B. Sasuke) oder Momente, in denen Shika/Temari „ganz dicht beieinanderstehen“ oder (wie ich) ein Itachi-Badass-Moment ist, ist völlig irrelevant.
Immer ist es:

„Diese Szene (die ich nicht mag) ist doofundschlechtundpurerFanservice, aber diese Szene (die ich mag)… Hä? Das war doch nur ein Spaß im Anime. Ach komm, das war doch ein geiles Chapter… Ist halt so, kann man nichts machen…“

Wie oft habe ich das (auch bei Ramen-chan und auch von mir selbst) schon gesehen…

Die Karte habe ich extra für euch designed ^^

Extra für euch designed ^^

Durch diese Sturheit und diese Verbissenheit wird eine aggressive Atmosphäre erschaffen.
Man *darf* in dieser Atmosphäre schon fast gar nicht mehr sagen, dass man ein spezifisches Element einer Serie nicht gut findet, ohne dass jemand gleich in den Verteidigungsmodus geht und einen anschreit, warum man „die Serie angreife“, auch wenn das nicht stimmt, dass man „keine Ahnung“ habe, oder ein „[Schimpfwort hier einsetzen]“ sei.

  • Und dabei mag man die Serie vielleicht sogar noch viel lieber als der- oder diejenige?
  • Und dabei kennt man sich vielleicht sogar viel besser darin aus?
  • Und dabei will man eigentlich gerade darüber sprechen, wie man die Qualität dieser tollen Serie noch weiter anheben könnte?

Aber das ist nicht möglich, da die Online-Situation bereits so festgefahren ist, dass sich die Lager total ineinander verbissen haben.

Viel zu oft wollen die Verteidiger „schlechten“ Fanservice dann nicht zugeben, weil er einfach gerade „genau ihren Nerv bedient“.
Dabei stört es sie nicht, dass er schlecht ist, er soll einfach da sein.
Da sein macht ihn gut…
Und das ist genau der Fehler, den wir alle nicht machen dürfen.

SO kommen wir nicht weiter.
Wenn wir, die Community, uns so bekloppt spalten lassen, dann kriegen wir von den Anime-Machern einfach immer weiter genau diesen Mist gefüttert. Ob das jetzt die Brust-Szene von Hinata ist, die sich mehr an die männlichen Zuschauer richtet, ein Naruto-siegt-über-einen-viel-zu-starken-Gegner-Moment oder auch der Sasuke-Fanservice, den ihr in Bildern und Videos dieses Artikels gesehen habt.

Es ist ok, wenn euch eine bestimmte Szene/Sache/Entwicklung/ein Charakter/wasauchimmer gefällt, aber BITTE hört auf, die Augen zu verschließen und ihn von jeder Kritik aus bloßer Service-Geilheit abzuschirmen. DIE KRITIK MUSS PASSIEREN DÜRFEN!

Aber die Online-Community ist SO giftig und aggressiv, dass man, wenn man solche Dinge herausarbeitet, sofort in Konterattacken untergeht.
Natürlich wird man dabei jemanden treffen, der das anders sieht, das ist auch ok, sogar wünschenswert, weil sich dann ein Gespräch entwickeln kann und vielleicht irrt man sich ja auch und hat gar nicht bemerkt, dass in der entsprechenden Szene brilliant eingesetzter Fanservice gewesen ist? Vielleicht kennt man irgendwelche Hintergründe oder Metainformationen nicht – wer weiß?

Aber dazu müssen wir darauf achten, diese Dinge offen und ohne blinde Abscheu vor Ecchi oder sonstwelchen Fanservice-Elementen zu thematisieren, wenn wir sie diskutieren wollen, damit jemand, der etwas mag, das einem selbst nicht gefällt:

  1. nicht direkt für seinen Geschmack attackiert wird.
  2. auf ein offenes Gespräch mit einem offenen Gesprächspartner trifft.

Ansonsten bleibt es, wie es ist:
Einer ist sauer, weil seine Serie kaputt ist, schreit im Internet herum und ein anderer ist beleidigt, weil dabei sein Geschmack beleidigt worden ist und die ganze Situation bleibt ein Kriegsfeld innerhalb der Community.

4. Wie können wir die Situation verbessern?

Wenn ich etwas mit diesem Artikel erreichen möchte, dann dass wir alle ein bißchen offener mit unseren Gedanken sind. Lasst uns alle unsere Vorlieben und unsere Abneigungen haben, lasst uns aber darüber sprechen können, ohne in Hasstiraden zu verfallen. Jeder muss den Fehler bei sich finden können, oder zulassen, dass er von jemand anderem gefunden wird.
Nur so können wir „geschlossen“ gegen schlechten Fanservice vorgehen, indem wir:

  • in Reviews schreiben, wie schlecht wir Fanservice-Element „A“ fanden und herausstellen, dass es uns nicht gefallen hat, auch wenn das keinen Einfluss auf unser generelles Empfinden der Serie gegenüber hat. Es MUSS einfach einzeln thematisiert werden können, ohne dass Leser gleich *ihre Serie* angegriffen fühlen.
  • in Foren und Blogs und Gesprächen diese Dinge thematisieren und auf den Punkt bringen, um Missverständnisse zu vermeiden und Online-Trollen nicht unnötig Futter durch unklare Formulierungen zu geben: „Das Chapter letztens, in dem Sasuke Danzou geowned hat, war derbe geil – es ist zwar echt schlecht gemacht, dass er seit Stunden kämpft und MS/EMS spammt, obwohl wir doch am Anfang gelernt haben, dass das gar nicht gehen soll, aber: Sasuke-Boss: Yay – Regelbruch: Nay!
  • die Geschlechterdiskussion identifizieren und dezidiert thematisieren. „Frauen in Anime/Manga“ ist *nicht* dasselbe Thema wie „schlechter Fanservice“. Schlechter Fanservice *enthält* das Thema „Frauen in Anime/Manga“ – ganz klar. Seit ich im Internet aktiv bin, lese ich immer wieder, dass diese beiden Themen als Synonyme gehandelt werden. Ich lese immer wieder, dass Ecchi-Anime scheiße seien, da darin immer nur Titten und Ärsche seien. Und das ist einfach falsch, denn es ist nicht wahr, Ecchi-Anime sind nicht in sich selbst (in Bezug auf Darstellung von Frauen) scheiße – sie sind *dann* (in Bezug auf Darstellung von Frauen) scheiße, wenn sie qualitativ schlechten frauenbezogenen Fanservice haben.
  • offen über alles sprechen können. Nichts ist wichtiger als das. Ich weiß, jeder hat eine Meinung zu bestimmten Themen und die ist heilig – aber wisst ihr was? Sie ist nicht die einzige. Also lasst uns erwachsen werden und anderen zuhören. Dazu gehört natürlich auch, dass diese anderen ihre Meinung sachlich und freundlich darstellen.

Das mag nicht viel wirken, aber jeder einzelne Kommentar in einem (Online-)Gespräch hat die Kraft, wenn er eloquent verfasst worden ist, aufzuzeigen, dass „an dieser Stelle etwas nicht stimmt“. Schnell ist dann der Ton des gesamten restlichen Gespräches gesetzt und alle Leser/Zuhörer nehmen diesen Gedanken mit, verteilen diesen auf anderen Blogs/in anderen Foren/in YouTube-Reviews… Es gibt genug Meinungsplattformen, die darauf aus sind, solche Stimmungen aufzuspüren, sie zu zitieren und zu kommunzieren – so funktioniert die Online-Community – das müssen wir nutzen.

Klärt auf und lasst euch aufklären, lasst uns allen Punkten offen gegenüberstehen und eine *echte* Diskussion über absolut alle Themen haben, wäre das nicht wundervoll?

Ich schließe diesen Artikel mit den Worten „Wir haben es in der Hand“ und freue mich auf die Kommentare.

Ninjason

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Über Ninjason

Ich bin ein Anime- und Manga-Fan, der unter anderem auf der deutschen Naruto-Wikia sehr aktiv gewesen ist und derzeit mit einer weiteren Autoren-Partnerin am Blog "Ramen-Chan" schreibt, wo wir uns mit Naruto auseinandersetzen. Nebenbei entwickle ich unter "Ninjason.de" ein Naruto-RPG für den PC, das mittlerweile ca. 50 Std. Spielzeit umfasst.

17 Kommentare zu “Was ist unser Problem mit Fanservice?

  1. mirasen sagt:

    Sehr guter Artikel!
    Toleranz ist hier das große Wort, das du predigst, und genau das, was dem Internet leider so oft fehlt…
    Aber ich muss selbst einsehen, dass ich Fanservice immer nur als Ecchi gesehen hab und jetzt erst merke, dass es ja auch anderen gibt. Danke dafür
    Leider weiß ich selber nicht ganz, wie man das Problem beheben soll, da schlechter Fanservice leider oft das meiste Geld bringt und Geld regiert nunmal die Animewelt.
    Seufz.

  2. Aeris sagt:

    Auch von mir: Finde den Artikel sehr gut! Er sensibilisiert (hoffentlich genug Leser) generell zu mehr Toleranz, zum Unterscheiden zwischen „Fanservice“ und „Ecchi“, und zur konstruktiven Community-Arbeit.
    Auch die Bilder sind super, gerade die „are you not entertained“-Dinger 😉 .

    Ich selbst habe glaube ich nur „Goldenboy“ als Ecchi-Werk geschaut. Was anderes….. fällt mir nix ein. In Code Geass waren immer mal wieder ein paar solcher Szenen drin, die mich derbst gestört haben, weil sie sehr random eingefügt wurden. „Ui, guck mal, wie Karrens Brüste hier über den „Lenker“ quellen!!“ …während sie alle in einem heftigen Kampf Rebellen-vs-System sind. *facepalm*

  3. mirasen sagt:

    Hat sich mal jemand das Video Me!Me!Me! angesehen? Passt hier in die Diskussion rein.

    Vorsicht: Gore, Brüste, Ecchi, alles, not safe for work at all!

  4. Ninja of Chaos sagt:

    Also meine Abneigung gegen Ecchi-Fanservice wurde vor Allem durch den Manga „Fairy Tail“ geprägt, wo mit dem Fanservice wirklich bis zum Erbrechen übertrieben wird. Das fängt schon damit an, dass ausnahmslos ALLE weiblichen Charaktere ab eines bestimmten Alters gigantische Melonen auf dem Level von Tsunade/Hinata haben und bei jeder sich bietenden Gelegenheit leicht bekleidet oder gar nackt gezeigt werden. Und das ging mir beim Lesen tierisch auf die Nerven, weil es einfach von den Dingen, die mir wirklich wichtig sind (Story und Kämpfe) abgelenkt hat. Außerdem finde ich diese einheitliche Körbchengröße total unrealistisch/sexualisiert, Fairy Tail ist wohl ein absolutes Musterbeispiel für den im Artikel beschriebenen „schlechten Fanservice“. Naja, davon abgesehen ist auch die Story echt bescheuert, das ist wohl der schlechteste Manga, den ich je gelesen habe (und der einzige Manga, dem ich eine NOCH niedrigere Qualität bescheinigen muss als dem Kaguya-Kampf), ich bereue es von ganzem Herzen je damit angefangen zu haben. Naja, auf jeden Fall trägt dieser grottenschlechte Manga die Hauptschuld an meiner Abneigung gegen Ecchi in Werken, wo es eigentlich nichts verloren hat (Dragonball und Naruto waren da wesentlich besser, die haben nicht so unglaublich mit nackten Brüsten übertrieben).
    Naja, aber es ist wirklich wahr, dass ich bisher den Begriff „Fan-Service“ unbewusst direkt mit nackten Frauen und erotischen Posen gleichgesetzt habe, aber das liegt wohl daran dass Ecchi die mit ganz, ganz großem Abstand häufigste Form des Fanservice ist.
    Durch diesen Artikel wurden mir in der Tat die Augen ein wenig geöffnet, dass es auch andere Formen des Fanservices gibt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das z.B. in DBZ wirklich zu guter Anwendung gekommen ist. Ein Rematch Goku vs. Piccolo wäre sicher auch unglaublich episch gewesen (was der Kampf Goku vs Vegeta ja zweifelsfrei war). Außerdem wäre dadurch Piccolo wieder ein wenig aus der Versenkung geholt worden (ich kotz heute noch unglaublich drüber ab, wie sehr Piccolo, Tenshinhan und Krillin angesichts der ganzen SSJ-Power einfach nur untergegangen sind -_-).
    Aber die 7 Schwertkämpfer in Naruto fand ich eigentlich unnötig. Ich finde ja diese überwältigende Menge an Charakteren am Ende von Naruto einfach nur furchtbar und diese noch mehr neuen Charaktere haben auch nicht unbedingt dazu beigetragen, dass diese unübersichtliche Gewurschtel besser geworden ist. Letztlich haben sie es aber auch nicht verschlimmert, weil sie nicht wirklich Screentime hatten (was sie aber wieder, genau, unnötig, macht). Haben die Fans das wirklich so unbedingt gebraucht, die nochmal alle zu sehen? Ich bin mir da nicht so sicher, immerhin hätte man mit genug Fantasie sich diese Persönlichkeiten auch selbst ausdenken und eine Fanfiction über sie schreiben können.

  5. Aeris sagt:

    @mirasen: …………….wtf did I just watch??
    Also animationstechnisch und musikalisch ganz tolle Arbeit, find ich!
    Kann jemand spanisch, weiß jemand, was da so gesungen wurde?

  6. mirasen sagt:

    @Aeris
    Hab ein Video mit englischen Untertiteln gefunden! Der Text ist sehr gut und passend, gibt auch viele Analysen von dem Video, also ich find es unglaublich gut! Aber beim ersten Mal ist es sehr schockierend jaja… 😀

  7. mirasen sagt:

    Ah ich hab vergessen, was zu erwähnen! Das Originalvideo wiederholt sich, also loopt. (bei vimeo macht es das nicht). Das letzte Bild ist ja wie er die Augen wieder öffnet und das ist auch das erste Bild. Alles so interessant~~~

  8. Aeris sagt:

    Hmm, also ich weiß nicht, ob der „Sinn“ sich mir erschließt… ^^

    @Ninja of Chaos: Oh, von Fairy Tail hätt ich jetzt sowas gar nicht erwartet. Also ich hab mal Kapitel 1 gelesen, fands aber langweilig, und hab nur von Fanarts so eine grobe Idee davon. Auch beim Google Bildersuchen waren die Ergebnisse nicht voll von Nacktheit. Interessant, dass das mal nicht so übereinstimmt, oder? 😉

    Also ich hab mich über die 7 Schwertkämpfer auch sehr gefreut, weil es immer einen mysteriösen Anklang hatte a la „Was steckt da noch dahinter?“ und man eben diese gloriose Zahl „7“ gehört hat = es gibt da noch 5 andere, die „so wie“ Kisame und Zabuza sind…!!

    (Als kleine Analogie: In Final Fantasy X gab es ein Handball-ähnliches Spiel unter Wasser, genannt Blitzball. Ein Charakter hatte einen Spezial-Wurf, den „Jekkt-Spezial Nr. 3“. Den hat er extra so benannt, um die Illusion zu schaffen, dass es noch 2 andere Spezial-Würfe gibt, sodass die Fans immer wieder kommen um #1 und #2 zu sehen. Das ist so ziemlich das Gleiche in Grün.)

    Dass sie leider zum großen Teil verschleudert waren, weil im Manga nix aus ihnen gemacht wurde, stimmt natürlich.

  9. Aeris sagt:

    Ööööööööööööööööööhhh okay, ich hatte nur nach „Fairy Tail“ gesucht, ohne Fanservice!
    Weil ich dachte, dass solche Bilder automatisch im Vordergrund stehen, wenn es so präsent im Manga ist.
    Eieiei…

  10. Ninjason sagt:

    @mirasen:
    Zu Mememe habe ich tatsächlich nichts zu sagen – die Diskussion habe ich schon gehabt, ich finde das Video überbewertet. Das gesamte Netz überschlägt sich damit, darin eine „Bedeutung“ zu finden, oder zu wissen, worum es „wirklich“ geht – das Video hat mich nicht besonders angesprochen und ich finde, es ist nicht subtil genug, um eine „Kritik“ zu sein, sondern ist so flach (klingt nach einer Beleidigung, aber mir fiel kein anderes Gegenteil zu subtil ein), dass es Teil des Mediums wird, dass es kritisieren will.
    (Wenn es das ist, was es tun will – die meisten, die mich mit diesem Video konfrontiert haben, haben zumindest diese Position eingenommen.)

    @Ninja of Chaos
    Klar – Fairy Tail ist ein Manga, der sich darauf konzentriert, viele leichtbekleidete Frauen vorzuführen, aber auf der anderen Seite führt er auch extrem viele leichtbekleidete Männer vor – ich finde Fairy Tail in der Hinsicht „fair“ und auch ziemlich ehrlich – es ist nicht unterschwellig oder eingeschlichen – Fairy Tail „ist“ ein Manga, der viele erotische Körper zeigt, männlich und weiblich, aber das auch schon seit Kapitel 1. Offener kann er damit aber auch nicht umgehen, wenn dich das stört, verstehe ich nicht, warum du ihn überhaupt weitergelesen hast.

    Also – ich will die Augen davor nicht verschließen, wie bereits gesagt, sehr viel nackte Haut, Muskeln und Rundungen, aber da gibt es doch wesentlich schlimmere Beispiele – Fairy Tail finde ich irgendwie so gar nicht schlimm in der Hinsicht.

    @gut/schlecht
    Ich habe den Anime nie geschaut, weil der extrem scheiße war (so Zauberanimationen wie bei Sailor Moon, wo extra „Aktivierungsszenen“ eingebunden wurden).
    Ich lese den Manga sehr gerne, er hat keine kohärente Story, sondern funktioniert sehr nach Bildgewaltigkeit, ich würde ihn als Äquivalent eines Movies mit vielen flashy Explosionen und viel CGI sehen. Bescheuert ist tatsächlich dass absolut fucking JEDER eine traurige,traurige,traurige Story hat (Gähn), das ist echt ziemlich billig. Es ist mit Sicherheit kein hochqualittativer Manga und wenn er nicht so krasse Szenen immer hätte, also wenn der Zeichenstil nicht wirklich sehr, sehr gut wäre, dann hätte der Manga wohl nichts, was ihn irgendwie lesenswert machen würde. Die Konzepte der Magie sind alles ganz nett, aber so langsam wird das auch langweilig.

    omfg!

    Ich finde die Google-Suche aber etwas geschummelt – verständlicherweise, bekommt man diese Art von Bilder, wenn man danach sucht, ich finde eher, wie Aeris sagte, wenn man nur den Titel sucht und dennoch mit den Bildern überflutet wird, ist es ein Problem.
    Ich meine – klar, wenn ich One Piece Fanservice eintippe, bekomme ich Bilder von Namis und Robins Brüsten undsoweiter.
    Und One Piece würde ich auch nicht besonders vorwerfen, voller Titten-Fanservice zu sein – das ist einfach der Stil, den der Zeichner über die hunderte von Kapitel angenommen hat. Ich finde das … schade, aber auch relativ ehrlich – es werden keine Sachen eingeschummelt.

    Dragonball zb kam ja aus einer Comedie-Ecke. Der sexy-Kram gehörte zu dem, was den Manga lustig gemacht hat, ich würde DB niemals vorwerfen, ecchi in irgendeiner Art zu sein. In einem viel schwächeren Satz würde ich dann zu OP sagen… Hm ja alle ziemliche Sanduhrfiguren – aber ich finde das nicht schlecht, weil sie „da“ sind, sondern weil es (zugegeben vor 700 Kapiteln) nicht so war. Es trägt viel zur Komik bei (@Sanji), aber seit dem Timeskip ist das auch nicht mehr wahr. Seitdem ist es einfach nur noch Tittarsch und das ist ziemlich jämmerlich für einen Manga vom Status One Piece.

    Noch eine Stufe weniger würde ich dann halt zu Fairy Tail sagen
    Jop, viel nackte Haut, viele Rundungen, viele krasse Muskeln, das ist aber einfach echt der Stil des Manga… da ist er nie hinterm Busch mit gewesen.

  11. Ninjason sagt:

    Ich habe das Gefühl, dass Gesprächsbedarf in Richtung Ecchi und Harem besteht. Darüber kann ich gerne auch einen eigenen Artikel schreiben, wenn ihr darauf Lust habt.

  12. Aeris sagt:

    Da ich ein paar Harem-Animes gesehen hab (naja, 2 oder 3…), könnt ich dazu sogar auch was sagen!
    …….wobei ich bedenke, dass ich eigentlich immer was zu jedem Thema zu sagen finde ^^ .

  13. Zu Ecchi und Harem besteht glaube ich immer Gesprächsbedarf. Mir fallen allein drei Animes ein, die unter diesem Gesichtspunkt allein einen eigenen Artikel verdient hätten, weil sie zu dem Bereich viel Diskussionspotential bieten:
    – Kill la Kill
    – Free!
    – die Monogatari Reihe

    Würd mich freuen dazu von euch noch mehr zu lesen. Vielleicht schreib ich auch noch mal selbst etwas dazu.

  14. Ninja of Chaos sagt:

    Stimmt, in DB ist es wirklich der echt schräge Humor von Toriyama. Muten Roshi zum Beispiel ist einer der lustigsten Charaktere überhaupt und der ist ja echt pervers und ihm immer direkt einer ab wenn er nackte Frauen sieht xDDD
    Ganau so bei Naruto, da ist es auch eher Comic Relief.
    Was Fairy Tail angeht, am Anfang mochte ich die Story, aber irgendwann wurde es einfach zu dämlich (Stichwort: Zeitreise), aber darauf möchte ich jetzt nicht genauer eingehen. Und mit den Ecchi-Elementen wurde einfach immer weiter übertrieben.
    Leider mag ich den One Piece Zeichenstil nicht wirklich. Die Story ist top und daher les ich den Manga auch immer noch, aber optisch wirkt vieles ne Spur zu überdimensioniert und überzeichnet (ist seit dem Zeitsprung richtig extrem geworden). Trotzdem lese ich den Manga noch gerne, weil für mich die Story an erster Stelle steht (und bei Mangas, wo die Story schlecht ist nutzt auch das Beste Aussehen nichts).

  15. Ninjason sagt:

    Ja, also Fairy Tail…. du muss man echt ne ganze Menge ignorieren, das gebe ich zu – oder halt darüberstehen. Aber viele Kommentare zu Chaptern auf den Scanlationseiten sind auch so „ooh hast du die Möpse von Lucy in diesem Chapter gesehen? Fap fap fap…“

    Das ist einfach derbe affig – der Manga ist ganz klar für 12jährige gezeichnet. Aber trotzdem fnde ich den Manga ganz sympathisch und vor allem die Magiekonzepte halten mich dran, es gibt echt gute Action darin.

    OP ist einer meiner Lieblingsmanga – die Höhen waren mit Sicherheit vor dem Timeskip, auch wenn das momentane Abenteuer ganz nett ist, der Manga an sich sinkt in Quali. Und der neue, noch nacktere Zeichenstil hilft (mir) ganz sicher nicht, ihn wieder besser zu machen.

  16. XyloLiontari sagt:

    Schöner Artikel, hat mir sehr gefallen ^^

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